Der Peugeot 2008, ein kompakter Mini-SUV, der seit 2013 in zwei Generationen produziert wird, hat im aktuellen TÜV-Report 2026 keine herausragende Bewertung erhalten. Während junge Fahrzeuge der zweiten Generation noch passable Ergebnisse erzielen, zeigen ältere Modelle und auch die aktuelle Baureihe typische Schwachstellen. Der Franzose punktet mit hohem Einstieg, guter Übersicht und SUV-Optik, kämpft jedoch mit elektronischen Problemen und Verschleiß an Achsaufhängungen und Bremsen.
Zwei Generationen im Vergleich
Die erste Generation des Peugeot 2008 wurde von 2013 bis 2019 gebaut und basiert auf der Technik des Peugeot 208. Sie ist als Hochdachauto mit bequemem Einstieg und guter Rundumsicht konzipiert. Die Motorenpalette reicht von 82 bis 131 PS, wobei der turbogeladene 1,5-Liter-Dreizylinder mit 131 PS als flott gilt. Im AUTO BILD-Dauertest erhielt ein 1.6 BlueHDi 100 die Note 2+. Die zweite Generation kam 2019 auf den Markt und nutzt die moderne CMP-Plattform des PSA-Konzerns, die auch im Opel Mokka und DS3 Crossback zum Einsatz kommt. Sie ist um 14 Zentimeter gewachsen und bietet Platz für kleine Familien. Der stärkste Motor ist der elektrische e-2008 mit 156 PS. Ein Facelift 2023 brachte eine neue Lichtsignatur an der Front.
TÜV-Mängel: Achsen und Bremsen im Fokus
Laut TÜV-Report 2026 haben beide Generationen des Peugeot 2008 mit überdurchschnittlich vielen Mängeln zu kämpfen. Bei der ersten Generation werden vor allem Beleuchtung, Bremsscheiben und die Abgasanlage überproportional beanstandet. Trotz im Schnitt geringerer Laufleistungen liegen Exemplare mit erheblichen Mängeln über der Quote. Bei der zweiten Generation sorgen marode Achsaufhängungen und verschlissene Bremsscheiben für Kritik. Elektronikprobleme wie sporadische Ausfälle der digitalen Instrumente und Störungen des Infotainmentsystems treten auf. Vereinzelt wurde Feuchtigkeit in den Rückleuchten und vorzeitig einknickende Traggelenke vorn links gemeldet.
Rückrufe und bekannte Probleme
Mehrere Rückrufe betreffen den Peugeot 2008. Bei der ersten Generation gab es Rückrufe wegen Brandgefahr durch fehlerhaften Hochspannungskabelbaum, defekte Kolben und ABS/ESP-Hydraulikeinheiten sowie fehlerhafte Hinterachsverschraubung. Die zweite Generation war von Rückrufen wegen defekter Klimakompressoren und falsch konfigurierter Batteriesteuergeräte betroffen, die zu Antriebsverlust führen können. Zudem gab es Rückrufe wegen Motorausfall durch fehlerhafte Kettenkonstruktion und Brandgefahr aufgrund undichter Kraftstofftanks. Im Kühlsystem der ersten Generation gehen Fühler kaputt, die Schaltung führt ungenau und die Lüfter bereiten Probleme.
Stärken des Peugeot 2008
Trotz der Mängel hat der Peugeot 2008 auch Stärken. Die zweite Generation punktet mit Ausstattung wie dem „i-Cockpit 3D“ mit kleinem Lenkrad und bis zu zehn Zoll großem Entertainmentsystem. Der Fahrkomfort ist französisch bequem, die Verbundlenkerhinterachse ist weich abgestimmt. Mit optionalem Radarsensor erreichte der 2008 die Topwertung im EuroNCAP-Crashtest. Die erste Generation überzeugt durch Handlichkeit und Wendigkeit in der Stadt, eine niedrige Ladekante und einen ebenen Ladeboden bei umgeklappter Sitzbank. Die Motorenpalette ist schmal, aber der turbogeladene 1,5-Liter-Dreizylinder bietet ausreichend Leistung.
Fazit: Kein Musterschüler, aber bezahlbar
Der Peugeot 2008 ist kein Musterschüler bei der Hauptuntersuchung. Junge Exemplare der zweiten Generation schneiden noch gut ab, doch mit zunehmendem Alter und Laufleistung nehmen die Mängel zu. Käufer eines gebrauchten 2008 sollten daher auf eine vollständige Wartungshistorie achten und besonders Achsaufhängungen, Bremsen und Elektronik prüfen lassen. Die Preise beginnen bei etwa 4.000 Euro für die erste Generation und ab 11.000 Euro für die zweite Generation. Trotz der Schwächen bietet der Peugeot 2008 ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis für ein kompaktes SUV mit hohem Einstieg und praktischen Eigenschaften.



