Porsche baut massiv Stellen ab
Der Sportwagenbauer Porsche verschärft seinen Sparkurs. Wie das Unternehmen und der Betriebsrat am Montag bei einer Betriebsversammlung in Stuttgart bekannt gaben, sollen in den nächsten Jahren weitere 5000 Arbeitsplätze gestrichen werden. Bereits im vergangenen Jahr war der Abbau von 3900 Stellen beschlossen worden. Hinzu kommen 500 Stellenstreichungen bei Tochterunternehmen. Insgesamt sind damit 8900 Arbeitsplätze von den Kürzungen betroffen.
Sozialverträglicher Abbau geplant
Der Stellenabbau soll sozialverträglich über Fluktuation, Altersteilzeit und Aufhebungsverträge erfolgen. Porsche betonte, dass betriebsbedingte Kündigungen vermieden werden sollen. Gleichzeitig gibt es eine positive Nachricht: Die Standortgarantie für das Stammwerk in Stuttgart sowie die Beschäftigungssicherung werden bis zum Jahr 2035 verlängert. Damit sichert Porsche den verbleibenden Mitarbeitern langfristige Perspektiven.
Hintergrund der Krise
Porsche steckt tief in der Krise. Der Absatz von Sportwagen ist zuletzt rückläufig, die Kosten steigen. Auch die Transformation zur Elektromobilität belastet das Unternehmen. Die Nachfrage nach dem vollelektrischen Taycan bleibt hinter den Erwartungen zurück. Zudem kämpft die gesamte Automobilbranche mit Lieferkettenproblemen und hohen Rohstoffpreisen. Porsche reagiert nun mit einem umfassenden Sparprogramm, das auch den Stellenabbau einschließt.
Reaktionen von Betriebsrat und Gewerkschaft
Der Betriebsrat zeigte sich verhalten optimistisch. „Wir haben erreicht, dass der Abbau sozialverträglich gestaltet wird und die Standortgarantie verlängert wurde“, sagte ein Sprecher. „Dennoch schmerzen die Kürzungen. Wir werden die Umsetzung genau überwachen.“ Die IG Metall kritisierte den Schritt. „Porsche fährt Gewinne ein, trotzdem werden Stellen gestrichen. Das ist nicht akzeptabel“, so ein Sprecher der Gewerkschaft.
Auswirkungen auf die Region
Der Stellenabbau trifft die Wirtschaftsregion Stuttgart hart. Porsche ist einer der größten Arbeitgeber in Baden-Württemberg. Die Streichungen betreffen vor allem die Bereiche Produktion, Verwaltung und Entwicklung. Zulieferer und Dienstleister könnten ebenfalls betroffen sein. Die Stadt Stuttgart zeigte sich besorgt. „Wir setzen auf den Erhalt von Arbeitsplätzen und werden uns für eine gerechte Lösung einsetzen“, sagte ein Sprecher der Stadtverwaltung.



