Der angeschlagene Sportwagenhersteller Porsche baut sein Personal weiter drastisch ab. Wie das Unternehmen und der Betriebsrat am Montag nach einer Betriebsversammlung im Stammwerk Stuttgart-Zuffenhausen mitteilten, sollen in den kommenden Jahren rund 5000 zusätzliche Stellen gestrichen werden. Zusammen mit dem bereits im vergangenen Jahr beschlossenen Abbau müssen damit insgesamt etwa 8900 Beschäftigte das Unternehmen verlassen. Bei Tochterunternehmen sind zudem rund 500 Jobs gestrichen, wie bereits angekündigt.
Sozialverträglicher Abbau geplant
Der Stellenabbau soll sozialverträglich über Fluktuation, Altersteilzeit und Aufhebungsverträge erfolgen, betonten beide Seiten. Die geltende Standortsicherung verlängert Porsche bis 2035. Bis dahin sind Investitionen von 2,1 Milliarden Euro in den Standort Zuffenhausen und das Entwicklungszentrum in Weissach vorgesehen.
Hintergrund der tiefen Krise
Porsche steckt in einer schweren Krise. Das Geschäft in China bricht ein, erhöhte US-Zölle belasten, und die enormen Investitionen in Elektroautos zahlen sich nicht aus. Bis zum Rekordhoch vor drei Jahren von rund 320.000 Verkäufen hatte die Volkswagen-Tochter einen Boom erlebt. Die Belegschaft war seit 2015 um 75 Prozent auf zuletzt gut 42.000 Jobs gestiegen. Doch seither sank der Absatz immer schneller – für dieses Jahr prognostizierte Porsche im April nur noch 250.000 Fahrzeuge.
Gewinn eingebrochen
Der operative Gewinn war 2025 von 5,6 Milliarden Euro im Vorjahr auf 413 Millionen Euro eingebrochen. Im ersten Halbjahr des laufenden Jahres verdiente der MDax-Konzern 1,35 Milliarden Euro, was einer Marge von 7,8 Prozent entspricht. Jahrelang war Porsche mit einer Marge von rund 15 Prozent der profitabelste deutsche Autobauer und neben Audi die Cash-Cow des VW-Konzerns. Nun soll die Wende gelingen, wie das Unternehmen betont.



