Berichte: Porsche streicht 5000 weitere Jobs – Abbauprogramm verdoppelt
Porsche streicht 5000 weitere Jobs – Abbauprogramm verdoppelt

Der Sportwagenbauer Porsche will einem Medienbericht zufolge bis zu 5000 weitere Stellen streichen und damit sein derzeitiges Abbauprogramm verdoppeln. Wie die "Bild"-Zeitung und das "manager magazin" übereinstimmend berichten, plant Porsche-Chef Michael Leiters, zwischen 2026 und 2035 insgesamt 5000 bis 6000 Arbeitsplätze abzubauen. Ein Porsche-Sprecher lehnte eine Stellungnahme zu den Berichten ab.

Hintergrund des Stellenabbaus

Bereits im Rahmen eines laufenden Sparprogramms hatte Porsche angekündigt, rund 3000 Stellen zu streichen. Die neuen Pläne würden die Gesamtzahl der wegfallenden Jobs auf bis zu 9000 erhöhen. Die Maßnahmen sind Teil eines umfassenden Kostensenkungsprogramms, das angesichts schwacher Absatzzahlen und hoher Investitionen in Elektromobilität und Digitalisierung notwendig geworden ist. Porsche beschäftigt weltweit rund 28.000 Mitarbeiter, der Großteil davon im Stammwerk in Zuffenhausen und in Leipzig.

Neuer Supersportwagen geplant

Parallel zum Stellenabbau treibt Leiters nach Informationen des "Spiegel" die Entwicklung eines neuen, hochpreisigen Sportwagens voran. Das Projekt mit dem internen Namen "S1" sieht einen zweitürigen Sportwagen mit Achtzylinder-Boxermotor vor, der oberhalb der Baureihe 911 positioniert werden soll. Der Preis wird auf rund eine halbe Million Euro geschätzt. Auf dem Kapitalmarkttag am 7. Oktober will Porsche eine Designstudie des Fahrzeugs präsentieren. Der neue Designchef Tobias Sühlmann gestaltet das Fahrzeug, das jedoch nicht vor 2031 auf den Markt kommen soll.

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Elektro- und Softwareprojekte zurückgestellt

Im Gegenzug stellt Leiters mehrere Elektro- und Softwareprojekte zurück. So betreibt Porsche derzeit keine aktiven Entwicklungsprojekte mit dem Gemeinschaftsunternehmen Rivian Volkswagen Technologies (RVT), das die Konzernmutter Volkswagen gemeinsam mit dem US-Elektroautobauer Rivian gegründet hat. Ein elektrischer Panamera (intern G4) wurde in die 2030er-Jahre verschoben. Dennoch zahlt Porsche für die RVT-Allianz jährlich mindestens 700 Millionen Euro.

Verkauf von Applied-Intuition-Anteilen gescheitert

Darüber hinaus versucht Leiters, einen Teil der Porsche-Anteile an dem Softwareunternehmen Applied Intuition aus dem Silicon Valley an einen japanischen Investor zu verkaufen. Bisher scheitert der Verkauf jedoch am Veto von Applied-Intuition-Gründer Qasar Younis. Ein Porsche-Sprecher wollte auch diesen Vorgang nicht kommentieren.

Ausblick und Marktreaktion

Die Aktie von Porsche notierte zuletzt bei 27,80 Euro. Analysten bewerten die geplanten Stellenstreichungen als notwendigen Schritt zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit, sehen aber Risiken in der Umsetzung. Der geplante Hochpreis-Sportwagen könnte das Image von Porsche stärken, doch die lange Entwicklungszeit bis 2031 birgt Unsicherheiten. Ob die Sparmaßnahmen ausreichen, um die Margenziele zu erreichen, bleibt abzuwarten.

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