Deutsche Premiummarken: Margen sinken, China schwächelt
Premiumautos: Margen sinken, China schwächelt

Die deutschen Premiumautohersteller stecken in einer tiefen Profitabilitätskrise: BMW, Mercedes-Benz und VW gehören zu den größten Verlierern des Börsenjahres, obwohl der deutsche Aktienmarkt Rekordhochs erreicht. Die Zeiten zweistelliger Margen sind vorbei, und die Hersteller verdienen inzwischen weniger als Volumenhersteller. Eine Analyse zeigt, dass die deutschen Marken in China stärker unter Druck stehen als die Konkurrenz – nur in einem Markt schlagen sie sich besser.

Margenverfall bei deutschen Premiummarken

Die operative Marge der deutschen Premiumhersteller ist in den vergangenen Jahren deutlich gesunken. Während Volumenhersteller wie Toyota oder Hyundai ihre Margen stabil halten oder sogar ausbauen konnten, verlieren BMW und Mercedes an Boden. Die einstigen Renditegaranten der deutschen Industrie kämpfen mit hohen Entwicklungskosten für Elektromobilität und Software, während die Nachfrage in China, dem wichtigsten Markt, einbricht.

Die Analyse zeigt: Im ersten Halbjahr 2024 lag die durchschnittliche operative Marge der deutschen Premiummarken bei nur noch rund 6 Prozent, während Volumenhersteller auf etwa 7 Prozent kamen. Vor fünf Jahren lag die Marge der Premiumhersteller noch bei über 10 Prozent. Besonders dramatisch ist die Entwicklung bei BMW: Die Marge sank von 12,5 Prozent im Jahr 2019 auf aktuell 5,8 Prozent. Mercedes-Benz verzeichnete einen Rückgang von 11,2 Prozent auf 6,1 Prozent.

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China als größter Schwachpunkt

In China, dem wichtigsten Absatzmarkt für deutsche Autobauer, verlieren BMW und Mercedes besonders stark an Boden. Die Elektroauto-Offensive der chinesischen Hersteller wie BYD und Nio setzt die deutschen Marken massiv unter Druck. Während Volumenhersteller wie Volkswagen ihre chinesischen Joint Ventures mit lokalen Partnern stärken, haben die Premiummarken Schwierigkeiten, mit den schnelllebigen chinesischen Technologien Schritt zu halten.

Die Verkaufszahlen in China sind bei BMW um 15 Prozent und bei Mercedes um 12 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gesunken. Der Marktanteil deutscher Premiummarken in China fiel von 25 Prozent im Jahr 2019 auf nur noch 18 Prozent. Chinesische Kunden bevorzugen zunehmend einheimische Marken, die mit moderner Software und günstigeren Preisen punkten.

Nur in einem Markt besser

Die Analyse zeigt, dass die deutschen Premiumhersteller nur in einem Markt besser abschneiden als die Volumenhersteller: in den USA. Dort profitieren BMW und Mercedes von ihrer starken Marke und der hohen Nachfrage nach Luxusfahrzeugen. In den USA konnten die deutschen Marken ihre Margen im ersten Halbjahr stabil halten, während sie in Europa und Asien einbrachen.

In den USA liegt die operative Marge der deutschen Premiumhersteller bei durchschnittlich 8,5 Prozent, während sie bei Volumenherstellern nur bei 5,2 Prozent liegt. Dieser Vorteil ist jedoch nicht ausreichend, um die Verluste in China und Europa auszugleichen. Die deutschen Hersteller müssen dringend ihre Kosten senken und ihre Modelle an die neuen Marktbedingungen anpassen.

Ursachen der Krise

Die Profitabilitätskrise hat mehrere Ursachen. Neben dem schwachen China-Geschäft belasten die hohen Investitionen in Elektromobilität und autonomes Fahren die Bilanzen. Die Entwicklungskosten für neue Plattformen und Batterietechnologien sind enorm. Gleichzeitig sinken die Preise für Elektroautos, da der Wettbewerb immer härter wird. Auch die Lieferkettenprobleme und die hohen Energiekosten in Deutschland tragen zur Misere bei.

Ein weiterer Faktor ist die zunehmende Konkurrenz durch Tesla und chinesische Hersteller, die mit aggressiven Preisen und innovativen Technologien den Markt aufmischen. Die deutschen Hersteller haben es bislang nicht geschafft, ihre Elektroautos profitabel zu produzieren. Der Absatz von Elektroautos wächst zwar, aber die Margen sind deutlich niedriger als bei Verbrennern.

Zukunftsperspektiven

Die deutschen Premiumhersteller stehen vor großen Herausforderungen. Sie müssen ihre Kosten senken, ihre Modelle attraktiver machen und in Zukunftstechnologien investieren. Gleichzeitig müssen sie ihre Abhängigkeit vom chinesischen Markt verringern und neue Märkte erschließen. Die Analyse zeigt, dass die Hersteller ihre Strategie überdenken müssen, um langfristig profitabel zu bleiben.

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Experten fordern eine stärkere Zusammenarbeit zwischen den deutschen Herstellern, um Synergien zu nutzen und Kosten zu sparen. Auch die Politik ist gefordert, die Rahmenbedingungen für die Automobilindustrie zu verbessern. Die Zukunft der deutschen Premiummarken hängt davon ab, ob sie es schaffen, sich im globalen Wettbewerb zu behaupten.