Die Diskussion um das Trainingsgelände von RB Leipzig am Cottaweg erhält eine neue Wendung. Um die traditionsreiche Kleinmesse auf dem Festplatz zu bewahren und gleichzeitig den Anforderungen des Bundesligisten an eine Flächenvergrößerung gerecht zu werden, hat die Stadtverwaltung nun einen Alternativplan vorgestellt.
Der neue Vorschlag im Detail
In der veröffentlichten Beschlussvorlage VIII-DS-02491, über die zuerst die „LVZ“ berichtete, heißt es: „Nach intensiver Befassung erscheint es als sachgerecht, durch den Verkauf eines westlich an den Festplatz angrenzenden Areals den Bedarf von RB Leipzig an einer Erweiterung des Trainings- und Wettkampfgeländes insbesondere für den Frauenfußball zu decken. Gleichzeitig könnte dann der Festplatz am bisherigen Ort bestehen bleiben.“
Das betreffende Areal ist eine 57.000 Quadratmeter große, ungenutzte städtische Fläche direkt neben der im vergangenen Jahr eröffneten RB-Geschäftsstelle. Dort wäre Platz für zwei Großfelder und ein Stadion mit einer Kapazität von bis zu 12.000 Zuschauern.
Positive Resonanz von RB Leipzig
Der Vorschlag kommt bei RB Leipzig gut an. Ein Sprecher des Vereins erklärte auf Nachfrage der BILD: „Wir begrüßen die Pläne der Stadt, die gleichermaßen den Erhalt der Kleinmesse und die Erweiterung unserer Trainingskapazitäten in Einklang bringen – und wir freuen uns auf den weiteren Austausch in dieser Angelegenheit.“
Herausforderungen: Waldrodung und Proteste
Doch die Lösung ist nicht ohne Hürden. Auf dem Gelände hat sich in den vergangenen 20 Jahren ein kleiner Wald entwickelt, nachdem dort früher Kleingärten standen. Für die Erweiterung müsste dieser Wald gerodet werden. Neue Bäume sollen an anderer Stelle gepflanzt werden. Rechtlich ist dies unproblematisch, da das Grün formal keinen Schutzstatus besitzt. Entscheidend wird die Haltung des Stadtrats in der geplanten Sitzung am 1. Juli sein.
Im Hintergrund formiert sich bereits Widerstand. Der ehemalige Stadtrat Jürgen Kasek (45, Grüne) hat eine Online-Petition gegen die Pläne gestartet, unter dem Motto: „Wald erhalten, Grünzug stärken, Natur ist keine Manövriermasse!“
Die Stadt Leipzig steht nun vor der Herausforderung, die Interessen von Sport, Tradition und Umweltschutz unter einen Hut zu bringen. Die Entscheidung des Stadtrats wird mit Spannung erwartet.



