Salzgitter AG übernimmt HKM vollständig
Der Stahlkonzern Salzgitter übernimmt die Duisburger Stahlfirma HKM (Hüttenwerke Krupp Mannesmann) komplett. Das niedersächsische Unternehmen teilte mit, entsprechende Verträge mit den bisherigen Miteigentümern unterzeichnet zu haben: Thyssenkrupp Steel Europe (TKSE) und der französische Rohrfabrikant Vallourec. Bislang hielt TKSE 50 Prozent der Anteile, die Salzgitter AG 30 Prozent und Vallourec 20 Prozent.
Drastischer Jobabbau geplant
Die Übernahme ist mit einem herben Jobabbau verbunden. Aktuell sind es rund 3000 Beschäftigte bei HKM, Ende 2028 sollen es nur etwa 1000 sein. „Dies ist ein schwerer, aber notwendiger Schritt“, sagt Salzgitter-Personalvorständin Birgit Dietze. Die Veränderungen sollen „grundsätzlich sozialverträglich“ gestaltet werden.
Ohne den schmerzhaften Stellenabbau hätte man die alleinige Übernahme nicht vollziehen können, argumentiert die Salzgitter AG. Die Alternative wäre eine komplette Schließung des Duisburger Hüttenwerks gewesen. Die HKM habe nur mit einer konsequenten Neuaufstellung die Chance auf eine erfolgreiche Zukunft.
Investitionen in grünen Stahl
Salzgitter möchte in den Standort investieren, um dort künftig bei der klimaschonenden Produktion von Stahl mitmischen zu können – in der Hoffnung, dass die Nachfrage nach „grünem“ Stahl anzieht. In Duisburg soll ein Elektrolichtbogenofen gebaut werden, bei dem Strom genutzt wird und nur wenig CO2 entsteht.
„Wir sind froh, dass wir nun für alle Beteiligten eine zufriedenstellende Lösung gefunden haben“, sagte Salzgitter-Chef Gunnar Groebler. Man wolle den Standort auf die grüne Transformation ausrichten und in eine langfristige Zukunft führen.
Reaktionen von Thyssenkrupp und IG Metall
Die Chefin der Thyssenkrupp-Stahlsparte TKSE, Marie Jaroni, sprach von einem „wichtigen Meilenstein für alle Beteiligte“. TKSE könne seine Produktion nun auf den Duisburger Norden konzentrieren sowie die Auslastung, Effizienz und Wirtschaftlichkeit nachhaltig steigern. HKM beliefert TKSE nur noch bis Ende 2028, ursprünglich war die Belieferung bis 2032 geplant.
Ein Sprecher der IG Metall bewertete den geplanten Jobabbau als „bitter“. Es sei aber gut, dass der Standort erhalten bleibe und damit immerhin 1000 gut abgesicherte industrielle Arbeitsplätze in NRW fortbestehen.



