Wer an Sennheiser denkt, verbindet die Marke oft mit Kopfhörern. Seit 2022 gehören diese Produkte jedoch nicht mehr zum Familienunternehmen. Nun plant auch der Käufer Sonova den Verkauf der Sparte. Die Geschichte der Traditionsmarke entwickelt sich damit weiter.
Die Anfänge: Vom Labor W zur Audiomarke
Die Geschichte von Sennheiser begann 1945 in Wennebostel bei Hannover. Dort gründete der Elektroingenieur Fritz Sennheiser das Unternehmen „Labor W“. Zunächst wurden Messgeräte gefertigt, bereits 1946 folgte mit dem MD 1 das erste eigene Mikrofon. 1958 erhielt das Unternehmen schließlich den Namen Sennheiser Electronic.
Früh spezialisierte sich Sennheiser auf professionelle Audiotechnik. Mit Mikrofonen und drahtlosen Übertragungssystemen wurde das Unternehmen zu einem wichtigen Partner für Rundfunk, Fernsehen und die Veranstaltungsbranche.
Der Durchbruch mit dem ersten offenen Kopfhörer
Bekannt wurde die Marke aber auch durch ihre Kopfhörer. Einen entscheidenden Beitrag leistete der 1968 vorgestellte HD 414, der nach Unternehmensangaben als weltweit erster offener Kopfhörer gilt und sich millionenfach verkaufte. Seit 2013 führen Daniel und Andreas Sennheiser das Familienunternehmen in dritter Generation.
Warum die Kopfhörer verkauft wurden
2022 trennte sich Sennheiser von seiner Consumer-Electronics-Sparte. Sonova übernahm das Geschäft mit Kopfhörern, In-Ear-Kopfhörern und Soundbars sowie das Recht, die Marke Sennheiser für diese Produkte weiter zu nutzen. Mit dem Verkauf wollte das Unternehmen finanzielle und personelle Ressourcen für den Ausbau des Professional-Geschäfts freisetzen. Sennheiser blieb vollständig im Besitz der Gründerfamilie und entwickelt heute unter anderem Mikrofone, Studiotechnik sowie Konferenz- und Kommunikationslösungen.
Sonova plant den nächsten Verkauf
2026 kündigte Sonova an, die Consumer-Sparte wieder verkaufen zu wollen. Der Konzern begründete dies mit einer strategischen Neuausrichtung auf Hörgeräte und Cochlea-Implantate. Das Geschäft mit Unterhaltungselektronik passe nicht mehr zum Kerngeschäft. Wer die Sparte künftig übernehmen wird, steht noch nicht fest. Für Käufer von Sennheiser-Produkten ergeben sich zunächst keine unmittelbaren Folgen. Bis auf Weiteres bleibt Sonova für die Consumer-Produkte verantwortlich, während sich Sennheiser auf professionelle Audiotechnik konzentriert.



