Berliner Rüstungs-Start-up Stark Defence sammelt 500 Millionen Euro ein
Stark Defence sammelt 500 Millionen Euro ein

Das Berliner Rüstungs-Start-up Stark Defence hat bei internationalen Investoren eine halbe Milliarde Euro eingenommen. Das gab das vor zwei Jahren gegründete Unternehmen am Dienstagabend bekannt. Damit wird Stark Defence mit mehr als 3,5 Milliarden Euro bewertet, wie das Handelsblatt von mit den Verhandlungen vertrauten Personen erfuhr. Dies entspricht etwa einer Verdreifachung der bisherigen Bewertung.

Investitionen in Forschung und Produktion

Den Großteil des neuen Geldes will Stark direkt in Forschung und Entwicklung sowie die Ausweitung der Produktion stecken. Insgesamt hat das Unternehmen seit der Gründung rund 640 Millionen Euro eingesammelt. Stark Defence ist in fünf Ländern präsent und verfügt über mehr als 20.000 Quadratmeter Produktionsfläche.

Auftrag für Kamikazedrohnen der Bundeswehr

Erst im Frühjahr hatte Stark Defence neben dem Wettbewerber Helsing und Rheinmetall einen 270 Millionen Euro schweren Auftrag erhalten, um sogenannte Kamikazedrohnen für die Bundeswehr zu produzieren. Stark liefert dafür Virtus-Drohnen, die laut Firmenangaben eine Reichweite von mehr als 130 Kilometern haben und eine Flugzeit von bis zu 90 Minuten. Noch in diesem Jahr sollen laut Plänen der Bundeswehr weitere Aufträge für Loitering-Munition vergeben werden.

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Finanzierungsrunde mit prominenten Investoren

Die Finanzierungsrunde wird von Sequoia Capital angeführt. Erst kürzlich hatte Sequoia-Partnerin Luciana Lixandru im Interview mit dem Handelsblatt über Stark gesagt: „Mit der Zeit können sie zum Konsolidierer werden.“ Jetzt erklärte sie, Stark in die nächste Phase des Wachstums begleiten zu wollen. Neben Sequoia ist erneut auch der Founders Fund des umstrittenen deutschsprachigen US-Investors Peter Thiel beteiligt sowie der Nato Innovation Fund und Döpfner Capital, ein Fonds, hinter dem Moritz Döpfner, Sohn von Verleger Mathias Döpfner, steht.

Bedenken des Verteidigungsministeriums ausgeräumt

Wegen der Beteiligung von Thiel hatte das Bundesverteidigungsministerium zwischenzeitlich Bedenken geäußert, diese dann allerdings beigelegt. Da Thiels Anteil unter zehn Prozent liege, gebe es kein Hindernis für den geplanten Großauftrag, hieß es in einer Vorlage für den Haushaltsausschuss vor der Vergabe des Kampfdrohnenauftrags. Thiel besitze keine Kontroll- oder Sonderrechte. Zugleich verfügt er über keine Sperrminorität, für die mindestens 25 Prozent nötig wären. Wie hoch der Anteil des Founders Fund nach der jüngsten Finanzierungsrunde ist, war zunächst unklar.

Ursprünge und Führung von Stark Defence

Die Ursprünge von Stark Defence gehen auf den Co-Chef und Mitgründer der Rüstungsfirma Quantum Systems, Florian Seibel, zurück, der 2024 die Stark GmbH gründete, um Kamikazedrohnen zu entwickeln. Inzwischen hat sich Seibel zurückgezogen, und Stark Defence wird von Uwe Horstmann geführt. „Die vergangenen zwei Jahre haben gezeigt, was möglich ist, wenn Ingenieure, Industrie und Streitkräfte eng zusammenarbeiten“, sagte Horstmann, der weiterhin auch bei Project A aus Berlin als Investor tätig ist. Durch die neue Geldspritze werde es möglich sein, noch schneller neue Fähigkeiten zu entwickeln.

Produktpalette und Ausblick

Stark stellt inzwischen nicht mehr nur Kamikazedrohnen her, sondern auch ein „Cascade“ genanntes Waffensystem, das aus einem Rohr gefeuert wird. Zudem vertreibt die Firma die Minerva-Software, einen Quadrocopter sowie ein unbemanntes Boot. Die Finanzierungsrunde von Stark Defence dürfte nur der Auftakt für eine Reihe weiterer Ankündigungen von deutschen Rüstungs-Start-ups sein. Insidern zufolge arbeitet der direkte Konkurrent Helsing an einer Finanzierungsrunde in Höhe von 1,2 Milliarden Dollar, mit der die Firma dann mit 18 Milliarden Dollar bewertet werden soll. Quantum Systems soll ebenfalls eine neue Runde vorbereiten, die letzte vor einem für 2027 anvisierten Börsengang.

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