Sternekoch droht Haft: Ameisen als Dessert-Topping in Seoul
Sternekoch droht Haft wegen Ameisen als Dessert-Topping

Ein mit Michelin-Sternen ausgezeichneter Gastronom in Seoul steht vor Gericht, weil er getrocknete Ameisen als Dessert-Garnitur serviert haben soll. Die südkoreanische Staatsanwaltschaft beantragte eine einjährige Haftstrafe und eine Geldstrafe von 20 Millionen Won (rund 12.000 Euro) gegen den Restaurantinhaber. Der Fall sorgt international für Aufsehen, da der Koch durch die Netflix-Kochshow „Culinary Class Wars“ bekannt wurde.

Verstoß gegen Lebensmittelsicherheitsgesetz

In Südkorea sind nur zehn Insektenarten für den menschlichen Verzehr zugelassen – Ameisen gehören nicht dazu. Der Gastronom soll zwischen April 2021 und Januar 2025 getrocknete Ameisen aus den USA und Thailand importiert und als Topping für Sorbets verwendet haben. Insgesamt sollen mehr als 12.200 Portionen Sorbet mit Ameisen serviert worden sein, was einen Umsatz von rund 120 Millionen Won (etwa 72.000 Euro) erbrachte. Die Behörden schätzen, dass dafür rund 49.000 Ameisen verwendet wurden.

Gäste entdeckten Ameisen auf Social Media

Der Fall wurde bekannt, nachdem Gäste Fotos der mit Ameisen bestreuten Gerichte auf Social-Media-Plattformen teilten. Daraufhin leitete das südkoreanische Ministerium für Lebensmittel- und Arzneimittelsicherheit Ermittlungen ein. Der Restaurantinhaber räumte ein, getrocknete Ameisen serviert zu haben, betonte jedoch, dass sie nur in einem „kleinen Teil“ des 15-Gänge-Menüs verwendet wurden und Gäste alternative Garnituren wählen konnten.

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Urteil für September erwartet

Das Bezirksgericht Seoul-West wird das Urteil voraussichtlich am 2. September verkünden. Der Fall wirft ein Schlaglicht auf die strengen Lebensmittelvorschriften in Südkorea und die rechtlichen Risiken für Köche, die mit unkonventionellen Zutaten experimentieren.

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