Tesla hat im zweiten Quartal 2026 deutlich mehr Elektroautos ausgeliefert als erwartet. Mit 480.126 Fahrzeugen übertraf der Hersteller die durchschnittliche Analystenschätzung von knapp 400.000 Einheiten deutlich – ein Plus von rund 25 Prozent im Jahresvergleich, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte.
Der überraschende Erfolg markiert eine Erholung nach einem schwierigen Vorjahr, in dem Tesla Marktanteile an chinesische Konkurrenten wie BYD verloren hatte. Zudem belasteten eine begrenzte Modellauswahl sowie die politische Haltung von Firmenchef Elon Musk das Geschäft, die bei einigen Käufern auf Ablehnung stieß.
Erholung in Europa treibt Wachstum
Die positive Entwicklung ist maßgeblich auf eine starke Erholung in Europa zurückzuführen. Im Juni stiegen die Neuzulassungen von Tesla in mehreren europäischen Ländern deutlich. In Frankreich verdoppelten sie sich sogar mit einem Plus von 105 Prozent, wie aus am Mittwoch veröffentlichten Daten von Branchenverbänden und Ministerien hervorging.
Dem ING-Ökonomen Rico Luman zufolge wurde die Nachfrage durch staatliche Subventionen für Elektroautos und eine schnellere Elektrifizierung von Firmenflotten angekurbelt. „Die Kombination aus finanziellen Anreizen und dem Druck auf Unternehmen, ihre Flotten zu dekarbonisieren, hat Teslas Absatz in Europa spürbar beflügelt“, so Luman.
Unterschiedliche Entwicklung in Skandinavien
In Schweden verzeichnete Tesla ein Plus von 56 Prozent, in Italien und Portugal jeweils 43 Prozent sowie in Dänemark 39 Prozent. In Spanien fiel das Wachstum mit 5,6 Prozent vergleichsweise gering aus. Einzig Norwegen, traditionell ein starker Markt für Elektroautos, zeigte einen rückläufigen Trend bei Tesla-Neuzulassungen.
Der Absatzsprung verdeutlicht, dass Tesla trotz verstärkter Konkurrenz aus China und internen Herausforderungen weiterhin von der globalen Nachfrage nach Elektrofahrzeugen profitiert. Die Analystenerwartungen wurden damit klar übertroffen, was als positives Signal für die weitere Entwicklung des Unternehmens gewertet wird.



