Kurz vor den Werksferien erreicht die Beschäftigten des Tesla-Werks Grünheide eine Mail vom „Team Giga Berlin“. Wenn sie Anfang August in die Fabrik zurückkehren, sollen einige von ihnen bei der Arbeit Kameras tragen. Der Elektroautohersteller aus den USA will ihre Bewegungsdaten nutzen, um den humanoiden Roboter Optimus anzulernen.
Roboter Optimus soll menschliche Bewegungen lernen
Der Roboter Optimus, der von Tesla entwickelt wird, soll in der Lage sein, komplexe Aufgaben in der Produktion zu übernehmen. Dafür müssen ihm zunächst die genauen Bewegungsabläufe beigebracht werden. Die Mitarbeiter, die mit Kameras ausgestattet werden, dokumentieren ihre Arbeitsschritte, damit der Roboter diese nachahmen kann. Tesla-CEO Elon Musk hat mehrfach betont, dass Optimus langfristig in der Fabrik eingesetzt werden soll, um repetitive und körperlich anstrengende Tätigkeiten zu übernehmen.
Gewerkschaften äußern Bedenken
Die IG Metall und der Betriebsrat des Werks zeigen sich besorgt über die Pläne. „KI und Roboter werden in der Lage sein, alles zu tun“, warnt ein Sprecher der Gewerkschaft. „Das könnte langfristig Arbeitsplätze kosten, wenn nicht klar geregelt ist, wie der Einsatz von Robotern mit den Beschäftigungsverhältnissen vereinbar ist.“ Die Gewerkschaft fordert von Tesla eine verbindliche Zusage, dass keine Entlassungen aufgrund der Roboter-Einführung erfolgen.
Technologische Vision von Elon Musk
Elon Musk hat wiederholt erklärt, dass Roboter die Produktion revolutionieren werden. „Optimus wird in der Lage sein, alles zu tun, was ein Mensch kann, nur effizienter und ohne Pausen“, sagte Musk in einem Interview. Tesla plant, den Roboter zunächst in der eigenen Fertigung einzusetzen, bevor er auch anderen Unternehmen angeboten wird. Die ersten Einsatzbereiche in Grünheide könnten die Montage und der Materialtransport sein.
Auswirkungen auf die Belegschaft
Im Tesla-Werk Grünheide arbeiten rund 12.000 Menschen. Die Einführung von Robotern könnte zu einer Verschiebung der Tätigkeiten führen: Während einfache, repetitive Aufgaben automatisiert werden, entstehen möglicherweise neue Jobs in der Wartung und Programmierung der Roboter. Betriebsrat und Geschäftsführung haben vereinbart, dass die Mitarbeiter über die konkreten Pläne informiert und in Entscheidungen einbezogen werden. Ein Tesla-Sprecher betonte, dass die Roboter nicht dazu dienen, Menschen zu ersetzen, sondern sie zu entlasten.



