Die Thyssenkrupp-Rüstungstochter TKMS hat einem Zeitungsbericht zufolge den Zuschlag für den Bau von zwölf U-Booten für Kanada erhalten. Wie die kanadische Zeitung „The Globe and Mail“ am Montag berichtete, setzte sich TKMS in dem Bieterverfahren gegen die Konkurrenz durch. Die TKMS-Aktie legte daraufhin um elf Prozent zu. TKMS selbst lehnte eine Stellungnahme zu dem Bericht ab.
Mega-Auftrag für deutsche Rüstungsindustrie
Der Auftrag für zwölf U-Boote hat ein geschätztes Volumen im zweistelligen Milliardenbereich und gilt als einer der größten Exportaufträge für die deutsche Rüstungsindustrie in den letzten Jahren. TKMS, eine Tochter der Thyssenkrupp AG, ist einer der weltweit führenden Hersteller von konventionellen U-Booten. Die kanadische Regierung plant, mit den neuen U-Booten ihre maritime Verteidigungsfähigkeit zu stärken und die alternde Flotte zu ersetzen.
Hintergrund des Bieterverfahrens
Das Bieterverfahren lief über mehrere Monate. Neben TKMS hatten sich auch andere internationale Werften beworben, darunter französische und spanische Anbieter. Die Entscheidung fiel zugunsten von TKMS, das mit seinem Angebot sowohl technisch als auch wirtschaftlich überzeugen konnte. Die genauen Konditionen des Vertrags wurden noch nicht veröffentlicht.
Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius hatte kürzlich die Werft von TKMS besucht und sich über die Produktion informiert. Der Auftrag aus Kanada wird als wichtiger Schritt für die deutsche Rüstungsexportpolitik gesehen, die in den letzten Jahren verstärkt auf internationale Kooperationen setzt.
Auswirkungen auf den Aktienmarkt
Die Nachricht vom Zuschlag ließ die TKMS-Aktie am Montag deutlich steigen. Mit einem Plus von elf Prozent gehörte das Papier zu den größten Gewinnern im Nebenwerteindex. Analysten sehen in dem Auftrag eine Bestätigung für die technologische Führungsrolle von TKMS im U-Boot-Bau. Die Thyssenkrupp AG als Mutterkonzern profitiert ebenfalls von der positiven Entwicklung.
Die Auslieferung der U-Boote soll in den kommenden Jahren erfolgen. Die kanadische Marine erhofft sich dadurch eine deutliche Steigerung ihrer Einsatzfähigkeit in der Arktis und im Atlantik. Der Auftrag stärkt zudem die deutsch-kanadischen Beziehungen im Verteidigungsbereich.



