Tour-Hattrick: Merlier sprintet zum dritten Sieg, Kanter Siebter
Tour-Hattrick: Merlier sprintet zum dritten Sieg

Merliers dritter Streich bei der Tour de France

Tim Merlier hat bei der 113. Frankreich-Rundfahrt seinen dritten Tagessieg gefeiert und sich damit als Sprintkönig etabliert. Der Belgier gewann die zwölfte Etappe über 179,1 Kilometer von Magny-Cours nach Chalon-sur-Saône vor dem Niederländer Olav Kooij und seinem Landsmann Jasper Philipsen. Es war der zehnte Etappensieg des 33-Jährigen bei den drei großen Landesrundfahrten Tour, Giro und Vuelta.

Deutsche Sprinter ohne Chance

Die deutschen Fahrer spielten im Sprint erneut nur eine Nebenrolle. Bester Deutscher war Max Kanter auf Rang sieben. Die Zeiten, als Marcel Kittel und André Greipel reihenweise Tour-Etappen gewannen, sind vorbei – der letzte deutsche Tagessieg datiert vom 3. Juli 2021, als Nils Politt in Nîmes triumphierte. Das ist inzwischen 1.834 Tage her.

Heftiger Massensturz im Finale

Kurz hinter Kanter kam es zu einem heftigen Massensturz. „Der Sturz war zwei, drei Positionen hinter mir. Wir waren vielleicht einen Tick zu früh, aber lieber zu früh als zu spät. Es war eigentlich okay. Ich verliere viele Positionen, der Weg war für mich zu lang“, sagte Kanter in der ARD.

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Gesamtwertung: Pogacar weiter in Gelb

In der Gesamtwertung änderte sich nichts: Tadej Pogacar (Slowenien) verteidigte sein Gelbes Trikot mit einem komfortablen Vorsprung von über drei Minuten auf Jonas Vingegaard (Dänemark). Florian Lipowitz (Deutschland) liegt als Sechster 4:44 Minuten zurück.

Merlier: „Eiskalt und nie in Panik“

Merlier ist der dominierende Sprinter dieser Tour. „Er ist der Schnellste der Welt“, schwärmte sein Anfahrer Jasper Stuyven. Sportdirektor Tom Steels lobte: „Er ist eiskalt und verfällt nie in Panik.“ Merlier, der mit Cameron Vandenbroucke verheiratet ist, gewann 2024 auch die Europameisterschaft.

Rekord am Mittwoch, ruhiger Donnerstag

Einen Tag nach der Rekordfahrt mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 50,91 km/h – der höchsten je gemessenen bei einer regulären Etappe – verlief die zwölfte Etappe langsamer, auch aufgrund von Regen. Eine vierköpfige Spitzengruppe um Baptiste Veistroffer wurde 35 Kilometer vor dem Ziel gestellt; spätere Ausreißversuche blieben erfolglos.

Lipowitz: Vom Biathlon zum Radsport

Florian Lipowitz sorgte unterwegs für einen Schmunzler: Der 25-Jährige, der seine Karriere als Biathlet begann, zielte mit einer Trinkflasche auf eine Zielscheibentafel am Straßenrand, verfehlte und kommentierte: „Das ist der Grund, warum ich mit Biathlon aufgehört habe.“

Ausblick: Vogesen-Etappe am Freitag

Am Freitag steht die 13. Etappe von Dole nach Belfort über 205,8 Kilometer an. Rund 25 Kilometer vor dem Ziel ist der Ballon d'Alsace, ein Berg der ersten Kategorie, zu bewältigen – eine erste echte Herausforderung für die Sprinter.

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