Die iranische Schriftstellerin Shahrnush Parsipur ist Anfang Juli 2026 gestorben. Ihr Tod blieb von der deutschsprachigen Presse weitgehend unbeachtet. Parsipur war bekannt für ihre provokativen Werke, die sowohl die Schah-Regierung als auch die Mullahs der Islamischen Republik herausforderten.
Leben und Werk
Shahrnush Parsipur wurde 1946 in Teheran geboren. Sie studierte Soziologie und begann früh zu schreiben. Ihr bekanntester Roman „Frauen ohne Männer“ (1989) wurde 2009 von der Künstlerin Shirin Neshat verfilmt. Das Buch erzählt die Geschichten von fünf Frauen, die sich in einem magischen Garten treffen und ihre Freiheit suchen. Es wurde im Iran verboten.
Parsipur war mehrfach inhaftiert, sowohl unter dem Schah als auch nach der Islamischen Revolution. 1992 emigrierte sie in die USA, wo sie bis zu ihrem Tod lebte. Sie schrieb weiterhin Romane und Essays, die oft die Unterdrückung von Frauen thematisierten.
Reaktionen und Bedeutung
Die Nachricht von ihrem Tod löste in literarischen Kreisen Trauer aus. Die Journalistin Susanne Koelbl würdigte sie als „unbeugsame Stimme der iranischen Literatur“. Parsipur hinterlässt ein umfangreiches Werk, das in viele Sprachen übersetzt wurde. Ihr Mut, gegen Zensur und Unterdrückung anzuschreiben, machte sie zu einer Symbolfigur für Meinungsfreiheit.
Ihr Tod im Alter von 80 Jahren markiert das Ende einer Ära. Die genauen Umstände ihres Todes wurden nicht bekannt gegeben. Parsipur wird posthum für ihr Engagement und ihre literarische Leistung gewürdigt.



