Am heutigen Donnerstag präsentiert Volkswagen-Konzernchef Oliver Blume dem Aufsichtsrat einen weitreichenden Sanierungsplan. Nach übereinstimmenden Berichten sieht dieser den Abbau von zehntausenden Arbeitsplätzen sowie die Schließung von vier Werken der Marken VW und Audi bis spätestens Ende 2034 vor. In den betroffenen Standorten arbeiten mehr als 40.000 Menschen.
Interne Warnungen vor Existenzgefahr
Topmanager des Konzerns bezeichnen die Lage als akut „existenzgefährdend“. Der Sanierungsplan gilt als der bislang einschneidendste in der Geschichte des Wolfsburger Autobauers. Details waren bereits im Vorfeld durchgesickert: Neben dem Jobabbau und Werksschließungen sind offenbar auch längere Arbeitszeiten ohne Lohnausgleich im Gespräch – ein Tabubruch in der deutschen Automobilindustrie.
Eine einfache Zustimmung des Aufsichtsrats wird nicht erwartet. Die Sitzung in Wolfsburg dürfte der Auftakt für monatelange Verhandlungen sein. Im Kontrollgremium sitzen unter anderem IG-Metall-Chefin Christiane Benner und Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies (SPD). Eines der bedrohten Werke liegt in Hannover, nur wenige Kilometer von der Staatskanzlei entfernt.
Ende der Konsensmaschine
„Volkswagen war lange die Konsensmaschine der deutschen Industrie. Das ist jetzt offenbar vorbei“, kommentiert Alexander Demling aus dem Wirtschaftsressort des SPIEGEL. „Selbst wenn Blume nur die Hälfte seiner Maßnahmen durchsetzt, wird Deutschlands größter Autokonzern in Zukunft völlig anders aussehen.“ Die Autoindustrie schlittert in den heftigsten Konflikt ihrer Geschichte.
Neben Volkswagen kämpft auch Mercedes mit der Krise: Dort werden längere Arbeitszeiten ohne Lohnausgleich diskutiert. Die Branche rührt an ihre Tabus – was 2026 noch undenkbar schien, wird nun verhandelt.
Irankrieg flammt wieder auf
Parallel zur VW-Krise verschärft sich die Lage im Nahen Osten. Der Irankrieg ist wieder aufgeflammt, ausgerechnet während des Nato-Gipfels in Ankara. Nach einer nur kurz eingehaltenen Waffenruhe beschoss Iran einen katarischen Gastanker in der Straße von Hormus. Die USA reagierten mit Angriffen auf Dutzende Ziele in Iran. Präsident Trump kündigte die Waffenruhe auf und neue Militärschläge an, die in der Nacht erneut erfolgten. Teheran wiederum beschoss Ziele in Bahrain und Kuwait, wo US-Truppen stationiert sind.
„Tatsächlich hat der Krieg nie aufgehört“, schreibt SPIEGEL-Korrespondentin Susanne Koelbl aus Iran. Das Regime inszeniert derweil den Abschied von Ajatollah Ali Khamenei, der am 28. Februar getötet wurde. Die Beisetzung in Maschhad ist für heute geplant. Millionen Menschen nahmen an den Feierlichkeiten teil, bei denen Hass gegen die USA geschürt wurde.
Frau als Darknet-Drogenbossin vor Gericht
In Bamberg steht derzeit eine Frau vor Gericht, die eine international tätige Online-Drogenbande angeführt haben soll. Medina H., im Darknet bekannt als „Pygmalion“, wird bandenmäßiger Drogenhandel vorgeworfen. Die Ermittler gehen davon aus, dass sie Ketamin, LSD und Speed per Postversand verkaufte. Anfang 2025 wurde sie festgenommen, Teile der Vorwürfe weist sie zurück.
Laut Polizeilicher Kriminalstatistik stellten Frauen 2025 nur zehn bis zwölf Prozent der Tatverdächtigen im Betäubungsmittelhandel, meist als Kurierinnen oder Verpackerinnen. „Es ist ein Bereich, in dem sonst Männer die Strippen ziehen“, sagt SPIEGEL-Redakteurin Ella Knigge. „Statt chaotischer Drogenlager führte Medina H. ihr Geschäft wie ein gut organisiertes Kleinunternehmen.“
Berlins Regierender Bürgermeister unter Druck
Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) gerät immer stärker in die Kritik. Nach einem Stromausfall im Januar, von dem zeitweise über 40.000 Haushalte betroffen waren, hatte Wegner zunächst Tennis gespielt und später behauptet, von morgens an telefoniert zu haben. Der „Tagesspiegel“ enttarnte diese Aussage als Lüge. Am 20. September wird in Berlin gewählt; in der CDU wachsen die Zweifel, ob Wegner als Spitzenkandidat tragbar ist. Für heute ist eine „Besuchstour im Bereich Energie“ geplant.



