Europas größter Autobauer Volkswagen kommt nach den Worten seines Vorstandsvorsitzenden Oliver Blume bei seinen Sparbemühungen voran. In einer Rede zur bevorstehenden Hauptversammlung, die am Donnerstag veröffentlicht wurde, gab der Konzernchef bekannt, dass die Belegschaft bei der Volkswagen AG in Deutschland bis zum Jahresende um 19.000 Mitarbeiter sinken werde. Dies umfasst auch die Werke in Sachsen und Osnabrück.
Verbindliche Austritte bis 2030
Bis zum Jahr 2030 seien mehr als 28.000 Austritte verbindlich vereinbart worden. Zudem seien die Fabrikkosten an den deutschen Standorten um mehr als ein Fünftel reduziert worden. Volkswagen hatte seine ersten Sparprogramme Ende 2023 auf den Weg gebracht und sich kurz vor Weihnachten 2024 mit den Arbeitnehmern auf den Wegfall von 35.000 Arbeitsplätzen bis 2030 geeinigt.
Erste finanzielle Effekte messbar
Die ersten finanziellen Effekte dieser Aktivitäten seien nun messbar, erklärte Blume laut Redetext. Schon jetzt seien nachhaltige Kosteneffekte von rund einer Milliarde Euro erzielt worden. „Bis 2030 arbeiten wir an jährlichen Netto-Einsparungen von sechs Milliarden Euro“, sagte er. Durch die Sparprogramme werde ein Großteil der externen Gegenwinde in zweistelliger Milliardenhöhe aufgefangen.
Externe Belastungen durch US-Zölle
Volkswagen kämpft jedoch weiterhin mit erheblichem Gegenwind. Allein die Zölle von US-Präsident Donald Trump kosteten Volkswagen direkt und indirekt fünf Milliarden Euro jährlich. Die Volkswagen-Tochter Audi verfügt über keine eigene Produktion in den USA und ist daher auf Importe aus Europa und Mexiko angewiesen. Audi prüfe weiterhin den Aufbau einer Fertigung in den USA, sagte Blume.
Die Ankündigungen kommen zu einer Zeit, in der die Automobilbranche weltweit unter Druck steht. Neben den US-Zöllen belasten auch die schwache Konjunktur in Europa und China sowie die Transformation zur Elektromobilität die Hersteller. Volkswagen setzt daher auf eine umfassende Restrukturierung, um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben.



