1822direkt senkt Bauzinsen: Sparkassentochter reduziert Effektivzins auf 3,65 Prozent
1822direkt senkt Bauzinsen auf 3,65 Prozent

Die Sparkassentochter 1822direkt hat ihre Konditionen für Baufinanzierungen gesenkt. Nachdem bereits die ING ihre Bauzinsen reduziert hatte, zieht nun auch die digitale Tochter der Frankfurter Sparkasse nach. Der repräsentative Effektivzins sinkt von bislang 3,85 Prozent auf 3,65 Prozent pro Jahr. Diese Angabe basiert auf einem Darlehen von 300.000 Euro, einer zehnjährigen Zinsbindung und einem anfänglichen Tilgungssatz von 2 Prozent.

Monatliche Entlastung für Kreditnehmer

Durch die Zinssenkung reduziert sich die monatliche Rate von 1.417,50 Euro auf 1.392,50 Euro. Das entspricht einer Ersparnis von 25 Euro pro Monat oder 300 Euro pro Jahr. Allerdings weist die 1822direkt darauf hin, dass für Immobilien, die nicht die Energieeffizienzklasse A oder A+ erreichen, ein Zinsaufschlag von 0,10 Prozentpunkten anfällt. Das Institut tritt zugleich als Vermittler auf und bietet nach eigenen Angaben Zugang zu Baufinanzierungen von mehr als 400 Partnerbanken.

Marktvergleich: 1822direkt liegt im unteren Bereich

Im Vergleich zum Marktumfeld schneidet die 1822direkt günstig ab. Der Vermittler Interhyp gibt für zehnjährige Laufzeiten einen üblichen Zins von 3,88 Prozent an – die 1822direkt liegt mit einem Sollzins von 3,57 Prozent und einem Effektivzins von 3,65 Prozent darunter. Dr. Klein nennt für die Immobilienfinanzierung eine Top-Zinsspanne von 3,57 bis 4,24 Prozent je nach Sollzinsbindung, womit sich die Sparkassentochter im unteren Bereich bewegt. Allerdings sind Baufinanzierungen nur bedingt vergleichbar, da die Konditionen maßgeblich von der individuellen finanziellen Situation des Kreditnehmers sowie vom Immobilienwert abhängen.

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Weitere Zinssenkungen im Juni: ING und Consorsbank

Neben der 1822direkt haben im Juni auch andere Banken ihre Konditionen angepasst. Die ING senkte die Bauzinsen um 0,05 Prozentpunkte über alle Zinsbindungen hinweg. Bei einem Darlehen von 300.000 Euro, einer Zinsbindung von 15 Jahren und einer anfänglichen Tilgung von 3 Prozent liegt der effektive Jahreszins nun bei 4,26 Prozent (zuvor 4,31 Prozent). Die monatliche Rate sinkt von 1.800 Euro auf 1.787,50 Euro – eine Ersparnis von 12,50 Euro pro Monat. Die ING begründet den Schritt mit der aktuellen Situation an den Geld- und Kapitalmärkten.

Auch die Consorsbank senkte ihre Bauzinsen. Der effektive Jahreszins liegt aktuell bei 3,70 Prozent, nach 3,76 Prozent Anfang Juni. Bei einem Darlehen von 200.000 Euro mit zehn Jahren Zinsbindung und einer anfänglichen Tilgung von 2 Prozent beträgt die monatliche Rate nun 940 Euro, zehn Euro weniger als zuvor. Die Consorsbank tritt ebenfalls als Vermittler auf und vergleicht Angebote von rund 400 Finanzierungspartnern.

Zinsrabatte für höhere Darlehenssummen bei ING und DKB

Bei der ING und der DKB können Kreditnehmer jetzt von Zinsrabatten profitieren, sofern sie eine höhere Darlehenssumme aufnehmen. Die ING gewährt ab einem Darlehen von 200.000 Euro einen Zinsrabatt von 0,10 Prozentpunkten. Dieses Angebot gilt für Neu- und Anschlussfinanzierungen und ist mit der Baufi Energy, der Baufinanzierung Green sowie regionalen Zinsrabatten kombinierbar. Ausgenommen sind Forward-Darlehen, Prolongationen, Zwischenfinanzierungen und weitere Finanzierungen.

Bei der DKB greift der Zinsrabatt von 0,10 Prozentpunkten unter folgenden Voraussetzungen: Der Kauf betrifft eine Bestandsimmobilie, das Gesamtfinanzierungsvolumen beträgt mindestens 250.000 Euro, maximal 80 Prozent des Kaufpreises werden finanziert, und die Immobilie weist die Energieeffizienzklasse B bis F auf – nachzulesen im Energieausweis.

Bauzinsentwicklung: Leichte Entspannung nach Höchststand

Die Bauzinsen erreichten im Mai einen neuen Jahreshöchststand, wie eine Auswertung des Kreditvermittlers Dr. Klein ergab. Im Juni zeichnet sich jedoch eine leichte Gegenbewegung ab. Laut dem aktuellen Zinsbarometer von Immoscout24 sind die Zinsen für zehnjährige Laufzeiten leicht gesunken auf 3,85 Prozent (Vormonat: 3,88 Prozent). Bei fünfjährigen Laufzeiten stiegen sie dagegen auf 3,95 Prozent (Vormonat: 3,81 Prozent). Bei 15-jährigen Laufzeiten liegen sie bei 4,16 Prozent (Vormonat: 4,11 Prozent), bei 20 Jahren bei 4,19 Prozent (Vormonat: 4,12 Prozent).

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EZB-Zinsentscheid: Auswirkungen auf Bauzinsen begrenzt

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat den Leitzins erhöht, doch die Auswirkungen auf die Bauzinsen sind laut Experten begrenzt. „Für Kaufinteressierte bedeutet der Zinsschritt kein Grund zur Unruhe, da die Kapitalmärkte die Erhöhung bereits in den vergangenen Wochen eingepreist haben“, sagt Jörg Utecht, CEO des Kreditvermittlers Interhyp. Angesichts der konjunkturellen Schwäche im Euroraum sei der Spielraum für weitere Leitzinserhöhungen begrenzt. „Bei den Bauzinsen sehen wir aktuell eine Plateaubildung um rund 4 Prozent für zehnjährige Darlehen“, so Utecht. Das aktuelle Interhyp-Bankenpanel zeigt: Kurzfristig erwarten 75 Prozent der befragten Institute gleichbleibende Bauzinsen, 25 Prozent rechnen mit steigenden Zinsen. Langfristig gehen alle Experten von einem stabilen Niveau aus.

Beste Bauzinsen der Woche: Große Unterschiede zwischen Anbietern

Ein konkreter Vergleich zeigt, wie stark die Konditionen variieren können. Ein Paar möchte eine Bestandsimmobilie für 400.000 Euro kaufen und bringt 80.000 Euro Eigenkapital mit. Bei einer Zinsbindung von zehn Jahren und einer anfänglichen Tilgung von 2 Prozent ergibt sich folgendes Bild: Dr. Klein bietet einen effektiven Jahreszins von 3,79 Prozent und eine monatliche Rate von 1.672 Euro. Interhyp liegt bei 3,84 Prozent und 1.687 Euro, DTW Immobilienfinanzierung bei 3,96 Prozent und 1.717 Euro, Baufi24 bei 4,01 Prozent und 1.733,60 Euro. Das günstigste Angebot von Dr. Klein ist damit rund 61 Euro günstiger pro Monat als das teuerste von Baufi24.

„Ich rate Käuferinnen und Käufern mehr denn je zu einem umfassenden Bankenvergleich, denn die Unterschiede zwischen den einzelnen Instituten können sich spürbar unterscheiden“, so Utecht. Wer eine Baufinanzierung plant, sollte die Entwicklung der Bauzinsen genau im Blick behalten, da schon kleine Veränderungen die monatliche Kreditbelastung beeinflussen.