Ein genauer Vergleich der Bauzinsen bei verschiedenen Kreditvermittlern kann zu erheblichen Einsparungen führen, wie ein aktuelles Fallbeispiel zeigt. Für eine Bestandsimmobilie im Wert von 400.000 Euro mit 80.000 Euro Eigenkapital, zehnjähriger Zinsbindung und zwei Prozent anfänglicher Tilgung variieren die monatlichen Raten je nach Anbieter um bis zu 888 Euro pro Jahr.
Die günstigsten Angebote im Vergleich
Die günstigsten Konditionen bieten derzeit Dr. Klein und die DTW Immobilienfinanzierung mit einem effektiven Jahreszins von 3,81 Prozent und einer monatlichen Rate von 1.677 Euro. Die Interhyp liegt mit 3,86 Prozent und 1.693 Euro monatlich knapp dahinter, was jährlich rund 192 Euro mehr ausmacht. Deutlich teurer ist Baufi24 mit 4,07 Prozent effektiv und 1.751 Euro monatlich – ein jährlicher Mehrbetrag von 888 Euro gegenüber den günstigsten Anbietern.
Entwicklung der Bauzinsen bei verschiedenen Banken
Die Bauzinsen befinden sich aktuell im Aufwärtstrend. Mehrere Institute haben ihre Konditionen zuletzt erhöht. Die 1822direkt, Tochter der Sparkasse, hob ihren repräsentativen Effektivzins von 3,65 auf 3,85 Prozent an. Bei einem Darlehen von 300.000 Euro mit zehnjähriger Zinsbindung und zwei Prozent Tilgung steigt die monatliche Rate von 1.392,50 auf 1.440 Euro – ein Plus von 570 Euro jährlich. Die PSD Bank Nürnberg erhöhte ihren effektiven Zins von 3,44 auf 3,59 Prozent, was bei gleicher Darlehenssumme monatliche Mehrkosten von 41,35 Euro bedeutet. Die ING zog ebenfalls nach: Für Darlehen mit 15 Jahren Zinsbindung stieg der effektive Jahreszins von 4,20 auf 4,38 Prozent, die Rate erhöht sich um 42,50 Euro monatlich. Die Allianz kündigte eine Erhöhung auf 4,74 Prozent effektiv an, die Commerzbank liegt nun bei 4,00 Prozent.
Experteneinschätzung zur Trendwende
Jörg Utecht, CEO der Interhyp-Gruppe, kommentiert die aktuelle Marktlage: „Nach dem Rahmenabkommen zwischen den USA und Iran waren die Bauzinsen zunächst spürbar unter die Marke von 4 Prozent gesunken.“ Die jüngste Eskalation im Nahen Osten dürfte diese Entwicklung jedoch stoppen. „Die Renditen der Staatsanleihen haben bereits wieder spürbar angezogen – und in der Folge dürften auch die Bauzinsen bald wieder anziehen“, so Utecht. Er rät Immobilieninteressenten zu einem detaillierten Anbietervergleich, da die Institute unterschiedlich schnell auf die neue Nachrichtenlage reagieren.
Rabatte und Sonderkonditionen nutzen
Trotz des allgemeinen Aufwärtstrends bieten einige Banken Rabatte an. Die ING gewährt bei Darlehen ab 450.000 Euro einen Zinsrabatt von bis zu 0,10 Prozentpunkten sowie einen weiteren Rabatt von 0,10 Prozentpunkten bei Führung des Gehaltskontos bei der ING. Die 1822direkt berechnet einen Zinsaufschlag von 0,10 Prozentpunkten für Immobilien, die nicht die Energieeffizienzklasse A oder A+ erreichen. Kreditnehmer sollten diese Faktoren beim Vergleich unbedingt berücksichtigen. Grundsätzlich gilt: Die Konditionen hängen von der Bonität des Antragstellers, dem Immobilienwert und dem Eigenkapitalanteil ab. Eine Optimierung des Schufa-Scores kann die Zinsaussichten verbessern.



