Fed belässt Zinsen unverändert – drei Mitglieder stimmten für Erhöhung
Fed belässt Zinsen unverändert – drei stimmten für Erhöhung

Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) hat den Leitzins bei ihrer zweiten Sitzung unter dem neuen Vorsitzenden Kevin Warsh unverändert in der Spanne von 3,5 bis 3,75 Prozent belassen. Die Entscheidung fiel jedoch mit dem ungewöhnlich hohen Dissens von drei Mitgliedern, die für eine Zinserhöhung stimmten.

Überraschung blieb aus

„Die Überraschung ist ausgeblieben“, kommentierte Michael Heise, Chefökonom von HQ Trust, den Zinsentscheid. Ausschlaggebend für die stabile Haltung sei die Einschätzung der meisten Notenbanker gewesen, dass die hohe Inflationsrate vor allem auf die gestiegenen Energiepreise infolge der Nahost-Krise zurückgehe und damit vorübergehender Natur sei.

Die Inflation in den USA hatte sich im Juni auf 3,5 Prozent abgeschwächt, nachdem sie im Mai noch bei 4,2 Prozent gelegen hatte. Diese Entwicklung verringerte den Druck auf die Fed, sofort die Zinsen anzuheben.

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Ölpreise bleiben Risikofaktor

Allerdings könnte die Inflationsentwicklung im Juli wieder anziehen: Die Ölpreise sind aufgrund der jüngsten Spannungen im Nahen Osten erneut gestiegen, nachdem ein Waffenstillstand zwischen den USA, Israel und dem Iran zuvor für einen Rückgang gesorgt hatte. Paolo Zanghieri, Ökonom bei Generali Investments, betonte, dass die jüngsten Inflationsdaten aus dem Juni den Druck für eine sofortige Zinserhöhung gemildert hätten. „Die Juni-Zahlen haben der Fed etwas Zeit verschafft“, so Zanghieri.

Die Märkte richten nun ihr Augenmerk auf den von der Fed bevorzugten Inflationsindikator, den PCE-Index der persönlichen Konsumausgaben, der am Donnerstag für Juni veröffentlicht wird. Im Mai lag die PCE-Rate bei 4,1 Prozent, deutlich über dem Zielwert der Notenbank von 2 Prozent.

Dissens spiegelt interne Spannungen wider

Die drei abweichenden Stimmen innerhalb des Offenmarktausschusses (FOMC) zeigen, dass die Meinungen über den weiteren geldpolitischen Kurs auseinandergehen. Während die Mehrheit die Entwicklung der Inflation als vorübergehend betrachtet, sehen andere Mitglieder die Gefahr einer dauerhaften Teuerung und plädieren für eine Straffung der Geldpolitik. Der Vorsitzende Kevin Warsh, der die Märkte vor der Sitzung weitgehend im Unklaren gelassen hatte, steht vor der Herausforderung, die unterschiedlichen Lager im Gremium zu einen.

Ausblick auf die kommenden Monate

Die Fed wird die weiteren wirtschaftlichen Daten genau beobachten, insbesondere die Entwicklung der Inflation und des Arbeitsmarktes. Sollte der Preisauftrieb nachhaltig nachlassen, könnten die Zinsen noch länger auf dem aktuellen Niveau verharren. Andernfalls sind weitere Zinserhöhungen wahrscheinlich, wobei der Dissens innerhalb der Fed darauf hindeutet, dass die Entscheidungen kontroverser werden könnten.

Experten wie Heise und Zanghieri rechnen damit, dass die Fed vorerst eine abwartende Haltung einnimmt, um die Wirkung der bisherigen Zinserhöhungen abzuschätzen. Die nächste Sitzung im September dürfte erneut im Zeichen der Inflationsdaten stehen.

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