Revolut: Private-Equity-Anlagen für alle ab einem Euro
Revolut: Private Equity ab einem Euro für alle

Die Neobank Revolut ermöglicht ihren Kunden in Deutschland ab sofort Investitionen in Privatmarktanlagen wie Private Equity, Infrastruktur- und Private-Credit-Fonds. Der Einstieg ist bereits ab einem Euro möglich, Ausgabeaufschläge fallen nicht an. Zum Start arbeitet Revolut mit drei prominenten Vermögensverwaltern zusammen: Apollo, Hamilton Lane und Partners Group. Diese Gesellschaften verwalten gemeinsam mehr als 2,2 Billionen US-Dollar und haben bislang vornehmlich institutionelle Anleger bedient.

Privatmarktanlagen: Bisher nur für Institutionelle und Reiche

„Privatmarktanlagen waren bislang fast ausschließlich institutionellen Investoren und sehr vermögenden Privatpersonen vorbehalten“, sagt Rolandas Juteika, bei Revolut für Vermögensverwaltung und Handel im europäischen Wirtschaftsraum zuständig. Revolut biete Kunden nun ab einem Euro Anlagesumme und ohne Ausgabeaufschlag Zugang zu den Anlagen. Die Fonds laufen unter dem Rechtsrahmen Eltif 2.0, einer EU-Verordnung für langfristige Investmentfonds, die 2023 reformiert wurde.

Anders als bei traditionellen Privatmarktfonds, die Kapital oft über sieben bis zwölf Jahre binden, sind bei Revolut vierteljährliche Rückgabefenster vorgesehen. Eine Liquiditätsreserve von etwa 20 bis 30 Prozent des Fondsvolumens in Kombination mit offenen Strukturen und definierten Rückgabefenstern mache das Produkt planbarer und damit für Privatanleger zugänglich, betont Juteika.

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Flexiblere Rücknahmebedingungen als bei klassischen Private-Equity-Fonds

Bei einzelnen Fonds werde der Anteil der Rücknahmen begrenzt sein, andere würden Anlegern auf Wunsch auch den gesamten investierten Betrag zurückzahlen, führt Juteika aus. „Damit bleiben die Produkte illiquider als ein ETF, aber nicht wie bei institutionellen Anlegern für sieben bis zwölf Jahre festgelegt.“ Diese Struktur soll Privatanlegern eine größere Flexibilität bieten, während die Fonds dennoch illiquider als börsengehandelte Produkte bleiben.

Die Kosten liegen deutlich über denen von ETFs, aber teils unter Konkurrenzangeboten wie Trade Republic. Wiktor Stopa, bei Revolut für die Märkte West- und Osteuropa verantwortlich, erläutert: Die Managementgebühr betrage zwischen 1,65 und 2,35 Prozent pro Jahr, hinzu komme eine erfolgsabhängige Vergütung von zehn bis 15 Prozent oberhalb bestimmter Renditeziele. Im Vergleich: ETFs auf Aktienindizes kosten oft weniger als 0,2 Prozent jährlich.

Transparenz und Auswahl durch eigenes Team

Revolut betont, dass ein eigenes Team die Fonds auswählt. Anleger können in der App Strategie, regionale und branchenbezogene Verteilung sowie Factsheets mit den größten Einzelpositionen einsehen. Juteika sieht darin eine Chance für Privatanleger: „Private Markets können ein Portfolio sinnvoll diversifizieren und spielen ihre Stärken vor allem im langfristigen Anlagehorizont aus.“ Das Interesse sei groß: „Nicht nur klassische Aktienkäufer, auch ETF-Anleger suchen zunehmend nach alternativen Anlagebausteinen jenseits der Börse.“

Revolut unterstreicht jedoch die Risiken: Die Fonds seien mit Kapitalverlust, Komplexität und eingeschränkter Liquidität verbunden. Rücknahmen seien nicht garantiert und könnten beschränkt oder ausgesetzt werden. Die Produkte richteten sich daher an langfristige Anleger mit mehrjährigem Horizont, die keinen unmittelbaren Zugriff auf ihr Kapital benötigten. Im Vergleich zu Trade Republic, das ähnliche Produkte anbietet, liegen die absoluten Kosten bei Revolut teils niedriger, aber die Performancegebühren sind zu beachten.

Mehr: Ärger um Private-Equity-Fonds bei Trade Republic – Absolute Kosten höher als zunächst ausgewiesen. Erstpublikation: 27.07.2026, 13:10 Uhr. Veröffentlicht nach den redaktionellen Standards des Handelsblatts.

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