Tagesgeld-Zinsen: Diese Banken garantieren hohe Konditionen bis zu ein Jahr
Tagesgeld-Zinsen: Garantie bis zu einem Jahr

Bis zu 4,0 Prozent Zinsen aufs Tagesgeld locken derzeit Neukunden, doch viele Angebote gelten nur für wenige Monate. Danach sinken die Zinsen oft auf unter ein Prozent. Wer nicht ständig die Bank wechseln möchte, sollte auf Konten mit längerer Zinsgarantie oder einem hohen variablen Zinssatz achten. Eine Übersicht der besten Angebote mit bis zu einem Jahr Zinsbindung zeigt, wo Sparer jetzt planbare Erträge erzielen können.

Die längste Zinsgarantie: Bank of Scotland

Die Bank of Scotland bietet neuen Kunden 3,0 Prozent Zinsen für bis zu zwölf Monate – allerdings nur, solange der Leitzins der Europäischen Zentralbank (EZB) mindestens 1,25 Prozent beträgt. Aktuell liegt der Leitzins bei 2,25 Prozent, sodass die Konditionen vorerst sicher sind. Der Maximalbetrag für den Aktionszins liegt bei 50.000 Euro. Die Zinsauszahlung erfolgt jährlich zum 31. Dezember. Die Einlagensicherung beträgt 100.000 Euro pro Kunde in Deutschland.

BBVA: 3,5 Prozent für sechs Monate mit hohem Anschlusszins

Die spanische Direktbank BBVA zahlt Neukunden 3,5 Prozent für sechs Monate, danach bis zu 2,75 Prozent variabel – abhängig von der Kontonutzung. Bei monatlichen Geldeingängen von 900 Euro oder Umsätzen von 1.500 Euro mit der Debitkarte wird der Höchstsatz erreicht. Andernfalls sind es immer noch 2,25 Prozent. Der Aktionszins gilt für Einlagen bis zu 500.000 Euro. Die Einlagensicherung erfolgt über Spanien mit 100.000 Euro pro Kunde.

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Suresse Direkt Bank: 3,5 Prozent für ein halbes Jahr

Die Santander-Tochter Suresse Direkt Bank bietet ebenfalls 3,5 Prozent für sechs Monate, der variable Anschlusszins beträgt 2,05 Prozent. Der Höchstbetrag liegt bei 250.000 Euro. Ein Nachteil: Die Bank führt keine Abgeltungsteuer ab, Kunden müssen die Zinsen selbst in der Steuererklärung angeben.

Postbank und VW Bank: Solide Alternativen

Die Postbank lockt mit 3,2 Prozent für sechs Monate, allerdings nur für Neugeld ab 2.500 Euro, das bis zum 10. August eingehen muss. Der variable Zins beträgt danach nur 0,75 Prozent. Die VW Bank bietet 3,1 Prozent für sechs Monate ohne Mindestbetrag oder Nebenbedingungen, der Anschlusszins liegt bei 1,0 Prozent. Beide Banken sind im deutschen Einlagensicherungssystem.

Norisbank: 4,0 Prozent bis Ende Dezember

Die Norisbank bietet 4,0 Prozent bis zum 31. Dezember 2026, verlangt aber die Eröffnung eines Girokontos, die Nutzung des Kontowechselservice und die Umstellung von mindestens drei Zahlungsverbindungen. Zudem darf das Geld nicht von Konten der Deutsche-Bank-Gruppe stammen. Für den Aufwand gibt es eine Prämie von 120 Euro. Der variable Zins danach beträgt 0,75 Prozent.

1822direkt: 2,8 Prozent mit eingeschränktem Zugang

Die Sparkassen-Tochter 1822direkt bietet 2,8 Prozent für sechs Monate, jedoch nur für Kunden, die nicht bereits Kunde der Frankfurter Sparkasse sind. Der Höchstbetrag liegt bei 250.000 Euro, der variable Zins bei 0,6 Prozent.

Variable Zinsen als Alternative: Scalable Capital, Trade Republic, Etoro

Statt Aktionszinsen setzen einige Neo-Broker auf dauerhaft hohe variable Zinsen. Scalable Capital zahlt 2,5 Prozent, Trade Republic 2,25 Prozent – jeweils ohne zeitliche Begrenzung. Etoro bietet sogar 3,55 Prozent, allerdings auf ein US-Dollar-Konto mit Wechselkursrisiken und Gebühren von 1,5 Prozent bei Einzahlung sowie 5 US-Dollar bei Auszahlung. Die Einlagensicherung ist bei diesen Anbietern komplexer: Teilweise greift der deutsche Einlagenschutz nur über Partnerbanken, bei Geldmarktfonds gelten andere Regeln.

Effektiver Jahreszins: Langfristige Garantie meist rentabler

Ein Vergleich der effektiven Jahreszinsen zeigt: Wer nur auf kurze Aktionszinsen setzt, kann auf Jahressicht schlechter abschneiden. Die ING bietet zum Beispiel 3,2 Prozent für vier Monate, danach 0,75 Prozent – effektiver Jahreszins: 1,57 Prozent. Die VW Bank mit 3,1 Prozent für sechs Monate und 1,0 Prozent danach kommt auf 2,05 Prozent. Die BBVA erreicht mit dem hohen Anschlusszins bis zu 3,16 Prozent effektiv. Die Bank of Scotland liegt bei 3,0 Prozent, sofern der Leitzins über 1,25 Prozent bleibt. Auch die variablen Zinsen von Scalable Capital (2,5 Prozent) und Trade Republic (2,25 Prozent) können auf Jahressicht mithalten, insbesondere wenn die EZB den Leitzins nicht senkt.

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Fazit: Zinsgarantie gibt Planungssicherheit

Tagesgeldkonten mit langer Zinsgarantie lohnen sich für Sparer, die häufige Bankwechsel vermeiden wollen. Die Angebote der Bank of Scotland, BBVA und VW Bank bieten solide Konditionen ohne übermäßigen Aufwand. Wer bereit ist, mehr Flexibilität zu akzeptieren, findet bei Neo-Brokern ebenfalls attraktive variable Zinsen. Ein genauer Blick auf den effektiven Jahreszins hilft, das beste Angebot für die persönliche Anlagedauer zu finden.

Hinweis: Dieser Artikel dient nur zu Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Jede Geldanlage birgt Risiken.