Die Schweizer Großbank UBS wird in den kommenden Monaten neue Bankdienstleistungen in den USA testen. Zunächst erhalten die eigenen Mitarbeitenden Zugang zu den neuen Angeboten. Der Test soll voraussichtlich im Dezember beginnen. Das berichtet die Financial Times und beruft sich dabei auf Insiderinformationen.
Testphase bis zur Markteinführung
Die Bank will im Laufe des Tests Preise, Produkte und die Technik prüfen. Läuft alles nach Plan, sollen die Angebote ab Mitte 2027 auch Kunden aus der Vermögensverwaltungssparte zur Verfügung stehen. UBS hat Anfang des Jahres eine Banklizenz in den USA erhalten. Dadurch kann sie nun neben der Vermögensverwaltung auch klassische Bankdienstleistungen anbieten. Dazu gehören Giro- und Sparkonten, Hypotheken sowie weitere Kredite.
Wettbewerb mit US-Riesen
Bisher mussten viele US-Kunden der UBS für ihre täglichen Bankgeschäfte andere Banken nutzen. Künftig sollen sie alle wichtigen Finanzdienstleistungen bei einer einzigen Bank erhalten. Mit diesem Schritt will UBS stärker mit Banken wie Morgan Stanley und der Bank of America konkurrieren. Diese verdienen mit ihrem kombinierten Angebot aus Bank- und Vermögensverwaltung bereits hohe Gewinne.
Wachstumsstrategie und Margenprobleme
Die Expansion in den USA ist ein wichtiger Teil der Wachstumsstrategie von UBS. Das Amerika-Geschäft erzielte im vergangenen Jahr einen Umsatz von 12,2 Milliarden US-Dollar. Die Gewinnmarge lag jedoch bei weniger als 13 Prozent und war damit die niedrigste aller Regionen. Morgan Stanley erreichte im gleichen Zeitraum eine Gewinnmarge von 29 Prozent. Die Bank möchte künftig nicht nur sehr vermögende Kunden betreuen. Sie richtet sich auch an Menschen mit einem investierbaren Vermögen zwischen zwei und zehn Millionen US-Dollar.
Regulatorische Hürden aus der Schweiz
Die Expansion erfolgt trotz neuer Vorschläge der Schweizer Regierung. Nach dem Zusammenbruch der Credit Suisse sollen strengere Eigenkapitalregeln gelten. UBS müsste dann mehr Kapital für ihre ausländischen Tochtergesellschaften bereitstellen. Die Schweizer Finanzministerin Karin Keller-Sutter warnt, dass dadurch das Wachstum in den USA teurer wird. UBS-Chef Sergio Ermotti hält dennoch an den Expansionsplänen fest. Er betont, dass ein Schrumpfen der Bank keine Option sei.



