Staatsanwaltschaft fordert Höchststrafe für Palliativarzt in Berlin
Höchststrafe für Palliativarzt in Berlin gefordert

Die Staatsanwaltschaft hat im Mordprozess gegen einen 41-jährigen Palliativarzt in Berlin die Höchststrafe gefordert. Vor dem Landgericht Berlin beantragte Staatsanwalt Philipp Meyhöfer lebenslange Haft für Mord in 15 Fällen, die Feststellung der besonderen Schwere der Schuld sowie die Anordnung von Sicherungsverwahrung im Anschluss an die Haftstrafe. Zudem verlangte der Ankläger ein lebenslanges Berufsverbot für den Mediziner.

Heimtückische Morde an schwerkranken Patienten

Die Morde seien aus Heimtücke und niederen Beweggründen erfolgt, so der Staatsanwalt. Der deutsche Palliativarzt habe sich als „Herr über Leben und Tod“ geriert und das Vertrauen sowie die besondere Lage der Patientinnen und Patienten ausgenutzt. Nach Überzeugung der Anklage hat der Arzt von September 2021 bis Juli 2024 zwölf Frauen und drei Männern jeweils ein tödliches Gemisch verschiedener Medikamente verabreicht. Mehrmals habe er Feuer gelegt, um Spuren zu vertuschen.

Geständnis als „bemerkenswert oberflächlich“ bewertet

Dem überraschenden Geständnis des Angeklagten vor einer Woche maß Meyhöfer wenig Bedeutung bei. Es handele sich um ein Teilgeständnis. In „bemerkenswert oberflächlicher Art“ habe der 41-Jährige nachgezeichnet, was ohnehin durch die Beweisaufnahme bekannt gewesen sei. Der Arzt hatte nach monatelangem Schweigen überraschend gestanden, zwölf schwer kranke Patientinnen und Patienten bei Hausbesuchen getötet zu haben. Er habe sich eingeredet, das Richtige zu tun und Patienten „Leid und Siechtum“ zu ersparen, hieß es in seiner Erklärung. Nach einem psychiatrischen Gutachten ist der 41-Jährige voll schuldfähig.

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Ermittlungen in 76 weiteren Fällen

Der Angeklagte wurde Anfang August 2024 verhaftet und befindet sich seitdem in Untersuchungshaft. Der Palliativmediziner steht im Verdacht, weitere Patienten getötet zu haben. Die Staatsanwaltschaft ermittelt parallel zum Prozess nach eigenen Angaben in 76 weiteren Fällen. Der Prozess neigt sich dem Ende zu; ein Urteil wird in den kommenden Wochen erwartet.

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