Dax-Anleger sehen kaum Aufwärtspotenzial trotz Friedenshoffnungen
Dax-Anleger sehen kaum Aufwärtspotenzial

Die Stimmung der deutschen Privatanleger hat sich in der vergangenen Woche leicht aufgehellt, doch die Zukunftserwartungen sind so pessimistisch wie zuletzt Mitte Januar. Das zeigt die aktuelle Handelsblatt-Umfrage Dax-Sentiment, bei der mehr als 10.000 Privatanlegerinnen und -anleger befragt wurden.

Sentiment steigt leicht ins Positive

Das Sentiment, das die aktuelle Markteinschätzung widerspiegelt, stieg im Wochenvergleich von minus 1,2 auf plus 1,4 Punkte und liegt damit im leicht positiven Bereich. Extremwerte beginnen bei plus oder minus vier Punkten. Grund für die Verbesserung sind die langsamen Fortschritte im Nahen Osten: Die USA und der Iran nähern sich einem Friedensabkommen an. Mittlerweile verortet jeder fünfte Teilnehmer den Dax wieder in einem Aufwärtstrend, in der Vorwoche war es nur gut jeder Zehnte. Allerdings beobachtet weiterhin mehr als die Hälfte (54 Prozent) eine Seitwärtsbewegung.

Verunsicherung abgebaut, Zukunftserwartung pessimistisch

Die Verunsicherung der Anleger hat sich mit den Friedensverhandlungen komplett abgebaut. Sie sank von minus 3,2 Punkten in der Vorwoche auf minus 0,2 Punkte und liegt nun im neutralen Bereich. Gemessen wird die Verunsicherung, indem die Teilnehmer angeben, ob sich ihre Erwartungen erfüllt haben. Je weniger das der Fall ist, desto größer ist die Verunsicherung. Werden die Erwartungen überwiegend erfüllt, spricht das Analysehaus AnimusX von Selbstzufriedenheit.

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Dagegen sind die Zukunftserwartungen der Befragten deutlich gesunken. Nach plus 0,1 Punkten in der Vorwoche zeigt der Wert nun minus 1,2 Punkte und damit Pessimismus an. Skeptischer blickten die Anleger zuletzt Mitte Januar. Die Zukunftserwartung wird gemessen, indem die Teilnehmer angeben, welche Marktphase sie in drei Monaten erwarten. Je weniger einen Aufwärtstrend erwarten und je mehr von einem Abwärtstrend ausgehen, desto niedriger ist der Wert.

Typische Entwicklung: Kurse steigen, Erwartungen sinken

Dass die Zukunftserwartungen sinken, während die Aktienkurse steigen, ist eine typische Entwicklung: Denn mit dem höheren Kursniveau wurden zuvor erwartete Kurssteigerungen eingepreist. Der Dax notiert gegenüber seinem Jahrestief aus dem März bereits 14 Prozent im Plus. Dazu passend ist auch die Investitionsbereitschaft weiter gesunken. Mit plus 0,6 Punkten ist sie so gering wie zuletzt im vergangenen Oktober.

Analyst Jochen Stanzl von der Consorsbank stellt fest: „Den Anlegern genügt schon seit Wochen die Richtung, in die sich der Konflikt entwickelt. Sie kaufen direkt und warten nicht, bis ein Friedensabkommen mit allen Details geschlossen wurde.“ Dementsprechend könnte das Aufwärtspotenzial begrenzt sein, das von einem endgültigen Friedensabkommen ausgeht.

Wirtschaftliche Folgen rücken in den Fokus

Analyst Andreas Lipkow vom Onlinebroker CMC Markets sagt: „Nun schauen die Investoren verstärkt auf die direkten Folgen dieser militärischen Auseinandersetzung.“ Aufschluss über die Folgen könnte unter anderem der Einkaufsmanagerindex (PMI) liefern, der am Dienstag veröffentlicht wird. Die negative Erwartung der Anleger muss dabei kein Nachteil sein. Denn fallen die Zahlen nicht so schlecht aus wie erwartet, könnte das zu steigenden Kursen führen, weil Anleger nicht für ein Positivszenario positioniert sind.

Teilnahme an der Umfrage

Wer an der Umfrage teilnehmen möchte, kann sich für den Dax-Sentiment-Newsletter anmelden. Die Umfrage startet jeden Freitagmorgen und endet Samstagabend.

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