Ölpreis fällt, Asiens Börsen bleiben nach Trumps Iran-Kurs verhalten
Ölpreis fällt, Asiens Börsen nach Trumps Iran-Kurs verhalten

Der Ölpreis ist nach der von US-Präsident Donald Trump abgesagten Militäraktion gegen den Iran deutlich gesunken. Händler reagierten auf die Ankündigung, zunächst auf einen Angriff zu verzichten und neuen Verhandlungen eine Chance zu geben. Die Nordseesorte Brent verbilligte sich um 4,08 Dollar oder 4,64 Prozent auf 83,85 Dollar je Barrel. Die US-Sorte WTI fiel um 4,01 Dollar oder 4,74 Prozent auf 80,66 Dollar.

Trump hatte am Wochenende den nach eigenen Worten größten Angriff des US-Militärs seit dem Zweiten Weltkrieg vorerst abgesagt. Auf seiner Plattform Truth Social schrieb er, der Iran und andere Staaten im Nahen Osten hätten um Zeit gebeten, um eine Vereinbarung abzuschließen. Diese solle zu einer sofortigen und vollständigen Öffnung der wichtigen Meerenge sowie einem Ende der nuklearen Bedrohung durch den Iran führen. Eine Bestätigung aus Teheran liegt bislang nicht vor. Die internationale Gemeinschaft beobachtet die Entwicklung mit Sorge, da eine Eskalation weitreichende Folgen für die Weltwirtschaft hätte.

Asiatische Börsen bleiben verhalten

Während die Ölpreise nachgaben, blieb die Stimmung an den Börsen in Ostasien gedämpft. Der südkoreanische Leitindex Kospi verlor bis zum Mittag rund fünf Prozent. Der japanische Nikkei 225 gab um 1,7 Prozent nach. In Hongkong zeigte sich der Hang-Seng-Index mit einem Plus von 0,2 Prozent kaum verändert. An den chinesischen Festlandbörsen fiel der CSI-300-Index mit den 300 wichtigsten Aktien um 0,8 Prozent.

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Laut Experten war die schwache Kursentwicklung weniger von der Iran-Frage geprägt als von der Sorge, dass der Boom rund um Künstliche Intelligenz an Schwung verlieren könnte. Anleger nähmen Gewinne mit und hinterfragten die hohen Bewertungen vieler Technologiewerte. In den vergangenen Monaten hatten insbesondere KI-Aktien die Indizes getrieben, nun wächst die Unsicherheit, ob die Wachstumsphantasien gerechtfertigt sind. Diese Entwicklung könnte die ohnehin fragile Marktstimmung weiter belasten.

OPEC+ erhöht die Förderquote

Zusätzlich belastete die Ölpreise die Entscheidung der OPEC+. Die Allianz erdölexportierender Länder billigte am Sonntag eine Erhöhung der Förderquote um rund 188.000 Barrel pro Tag ab September. Die Gruppe reagiert damit auf die zuletzt stark gestiegenen Preise, die im vergangenen Monat um mehr als 20 Prozent nach oben geschossen waren. Die moderate Ausweitung der Fördermenge dürfte jedoch kaum ausreichen, um die angespannte Lage auf dem Ölmarkt nachhaltig zu entspannen. Für Verbraucher und Unternehmen sind sinkende Ölpreise zunächst eine gute Nachricht, da sie die Energie- und Transportkosten dämpfen. Volkswirte beobachten jedoch genau, ob die Entspannung an der Preisfront von Dauer ist oder nur eine Reaktion auf die kurzfristige Ankündigung Trumps war.

Auslöser des Preisanstiegs waren die wiederaufgeflammten Kämpfe zwischen den USA und dem Iran sowie Angriffe auf mehrere Schiffe im Golf von Oman, die viele Reedereien dazu bewogen, die Region zu meiden. Auch am Wochenende blieb die Lage angespannt, wie die jüngsten Vorfälle zeigen.

Straße von Hormus bleibt neuralgischer Punkt

Die britische Seeschifffahrtsbehörde UKMTO meldete seit Samstag drei weitere Angriffe auf Tanker. Schifffahrtsdaten zufolge verlangsamte sich dadurch der Schiffsverkehr in der Straße von Hormus weiter. Die Meerenge zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman gilt als eine der wichtigsten Handelsrouten für Rohöl weltweit. Etwa ein Fünftel des globalen Ölverbrauchs wird durch diese Wasserstraße transportiert. Jede Störung hat daher unmittelbare Auswirkungen auf die weltweiten Energiepreise.

Marktbeobachter werteten die Entwicklung als Zeichen dafür, dass die geopolitischen Risiken keineswegs gebannt sind. Trump selbst kündigte für den Wochenbeginn neue Gespräche mit dem Iran an. Ob diese tatsächlich zustande kommen und zu einer Einigung führen, bleibt jedoch offen. Bis dahin dürften die Märkte nervös bleiben. Die Anleger verfolgen sowohl die diplomatischen Bemühungen als auch die militärische Lage im Nahen Osten genau. Die Kombination aus geopolitischer Unsicherheit und der Frage nach der weiteren Entwicklung des KI-Booms macht eine klare Richtung an den Börsen vorerst unwahrscheinlich.

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