Tagesgeld erlebt Renaissance – doch Experte mahnt zur Vorsicht
Nach Jahren der Niedrigzinsen feiert das Tagesgeldkonto ein überraschendes Comeback. Angesichts gestiegener Leitzinsen locken viele Banken wieder mit attraktiven Verzinsungen. Doch Börsenprofi Carola Ferstl schlägt im BILD-Finanztalk „Money Mittwoch“ Alarm: „Wer zu viel Geld auf dem Tagesgeldkonto parkt, verliert trotz der Zinsen Kaufkraft.“ Die Inflation fresse die Erträge auf, so die Expertin.
Das unterschätzte Risiko der Inflation
Ferstl betont, dass selbst bei einem Zinssatz von drei Prozent die reale Rendite negativ sein kann, wenn die Inflationsrate höher liegt. „Viele Anleger freuen sich über die sichtbaren Zinserträge, übersehen aber, dass ihr Geld an Wert verliert“, warnt sie. Die Kaufkraft sinke kontinuierlich, was langfristig zu einem Vermögensverlust führe. Laut aktuellen Prognosen wird die Inflation in Deutschland im Jahr 2026 voraussichtlich bei rund 3,5 Prozent liegen.
Strategien für Anleger: Diversifikation ist entscheidend
Um der Inflation entgegenzuwirken, rät Ferstl zu einer breiten Streuung des Vermögens. „Neben Tagesgeld sollten Anleger auch in Sachwerte wie Aktien, Immobilien oder Edelmetalle investieren“, empfiehlt sie. Der Börsenprofi warnt davor, zu viel Liquidität auf dem Tagesgeldkonto zu halten, da dies die Renditechancen schmälere. Eine Faustregel sei, maximal drei bis sechs Monatsgehälter als Notgroschen auf dem Tagesgeld zu lassen.
Blick auf die Zinsentwicklung
Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte die Leitzinsen zuletzt mehrfach angehoben, um die Inflation zu bekämpfen. Dies führte zu steigenden Tagesgeldzinsen, die mittlerweile bei einigen Instituten über zwei Prozent liegen. Dennoch sei die Verzinsung oft noch nicht ausreichend, um die Inflation auszugleichen. „Ein reines Tagesgeldkonto ist kein Instrument zum Vermögensaufbau, sondern dient der kurzfristigen Liquiditätssicherung“, so Ferstl.
Fazit: Tagesgeld ja, aber mit Maß
Das Comeback des Tagesgeldes ist erfreulich, doch Anleger sollten die Inflation nicht ignorieren. Eine ausgewogene Mischung aus sicheren und renditestärkeren Anlagen ist laut Carola Ferstl der Schlüssel zum Werterhalt. Wer ausschließlich auf Tagesgeld setze, laufe Gefahr, langfristig Kaufkraft zu verlieren.



