Vanguard senkt ETF-Gebühren: Xtrackers bleibt günstiger
Vanguard senkt ETF-Gebühren: Xtrackers günstiger

Vanguard senkt die jährlichen Kosten seines beliebten FTSE All-World ETF von 0,19 auf 0,14 Prozent. Die neue Gebühr tritt am 28. Juli 2026 in Kraft und gilt für beide Anteilsklassen, thesaurierend und ausschüttend. Nach Schätzungen des Anbieters sparen Anleger dadurch insgesamt rund 37 Millionen US-Dollar pro Jahr. Trotz der Senkung bleibt Vanguard im Kostenvergleich hinter den Konkurrenten Xtrackers und iShares zurück, die ihre Produkte jedoch erst seit wenigen Monaten anbieten.

Vanguard FTSE All-World ETF: Gebührensenkung im Detail

Der Vanguard FTSE All-World UCITS ETF ist einer der größten Welt-ETFs in Europa. Im laufenden Jahr flossen dem Fonds netto mehr als 16 Milliarden US-Dollar zu, das Gesamtfondsvermögen beträgt rund 75,7 Milliarden US-Dollar. Die laufenden Kosten (OCF) sinken von 0,19 auf 0,14 Prozent. Die Fondsgesellschaft entnimmt die Gebühren fortlaufend aus dem Fondsvermögen, sodass sie bereits in der Wertentwicklung enthalten sind. Der ETF bildet den FTSE All-World Index physisch ab, der große und mittelgroße Unternehmen aus Industrie- und Schwellenländern umfasst.

Kostenvergleich: Xtrackers und iShares günstiger

Ein direkter Vergleich der vier FTSE All-World ETFs zeigt: Der Xtrackers FTSE All-World UCITS ETF ist mit 0,07 Prozent laufenden Kosten der günstigste. Die DWS senkte die Gebühr zum 1. Juni 2026 von zuvor 0,12 Prozent. Allerdings kam der ETF erst im April 2026 auf den Markt, sodass noch keine langfristige Wertentwicklung vorliegt. Der iShares FTSE All World UCITS ETF kostet 0,12 Prozent pro Jahr und wurde am 7. Mai 2026 aufgelegt. Blackrock bildet den Index physisch über eine optimierte Aktienauswahl ab. Der Invesco FTSE All-World ETF liegt bei 0,15 Prozent und ist seit 2023 am Markt, mit einem Fondsvolumen von rund 3,6 Milliarden Euro. Vanguard unterbietet Invesco knapp, liegt aber hinter Xtrackers und iShares.

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Tracking-Differenz und weitere Kosten beachten

Die Gesamtkostenquote (TER) bildet nicht alle Kosten ab. Transaktionskosten innerhalb des Fonds sowie die Tracking-Differenz, also die Abweichung der ETF-Wertentwicklung vom Index, sind nicht enthalten. Ein ETF mit etwas höherer TER kann seinen Index präziser abbilden als ein nominell günstigerer. Bei den jungen ETFs von Xtrackers und iShares fehlen noch Langzeitdaten zur Abbildungsqualität. Anleger sollten daher nicht allein auf die TER achten, sondern auch die Tracking-Differenz im Auge behalten.

Günstige Depotwahl für ETF-Sparpläne

Neben den Produktkosten beeinflusst das Depot die Gesamtkosten. Neobroker wie Traders Place, Smartbroker+, Finanzen.net Zero, Scalable Capital und Trade Republic bieten oft gebührenfreie ETF-Sparpläne und günstige Einzelkäufe. Allerdings sollten Anleger auch auf verfügbare ETFs, Mindestbeträge, Handelsplätze und den Spread achten. Der Spread, also die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufspreis, kann die Rendite schmälern. Ein Depotvergleich hilft, das passende Angebot zu finden.

Insgesamt zeigt sich: Vanguard senkt die Gebühren, bleibt aber im Kostenwettbewerb nicht an der Spitze. Anleger mit langfristigem Horizont sollten die junge Marktpräsenz der günstigeren Konkurrenzprodukte berücksichtigen und die tatsächliche Indexabbildung beobachten.

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