Altech gibt Batterie-Projekt in der Lausitz auf
Altech gibt Batterie-Projekt in der Lausitz auf

Die Altech Advanced Materials AG beendet ihr Vorhaben zur Batterieproduktion im Industriepark Schwarze Pumpe. Das Unternehmen aus Heidelberg suchte neun Monate lang einen strategischen Partner, jedoch ohne Erfolg. Auch Gespräche mit einem global aufgestellten deutschen Industriekonzern führten nicht zu dem gewünschten Ergebnis, teilte der Technologiehersteller mit. Zuerst hatte der RBB über den Rückzug berichtet.

Damit scheitert eines der Projekte, die in der Lausitz neue industrielle Perspektiven aufzeigen sollten. Altech hatte auf dem Gelände an der Grenze zwischen Brandenburg und Sachsen ein Werk für weiterentwickelte keramische Batterien bauen wollen. Diese Batterien verzichten auf Lithium und Kobalt und waren für die Stabilisierung des Stromnetzes vorgesehen. Das Fraunhofer-Institut für Keramische Technologien und Systeme (IKTS) war als Partner an Bord.

Tochtergesellschaft wird abgewickelt

In einer offiziellen Mitteilung begründet Altech den Schritt mit der gesunkenen Aussicht auf eine erfolgreiche Finanzierung und Inbetriebnahme. Die Wahrscheinlichkeit sei mittlerweile so gering, dass weitere Betriebskosten nicht mehr zu rechtfertigen seien. Die für das Projekt gegründete Altech Batteries GmbH soll abgewickelt werden.

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Das Grundstück, das das Unternehmen bereits erworben hatte, geht an die Kommunalverwaltung von Spreetal in Sachsen zurück. Als Bruttoerlös nennt Altech 675.000 Euro. Für die Kommune bedeutet dies, dass die Fläche im Industriepark erneut vermarktet werden muss. Das Gelände galt als strategisch wichtig für die wirtschaftliche Entwicklung der Gemeinde.

Kooperation mit dem Fraunhofer-Institut

Altech hatte für das Batterieprojekt eine Vereinbarung mit dem Fraunhofer IKTS geschlossen. Das Institut ist nach bisherigen eigenen Angaben mit 25 Prozent an dem Joint Venture beteiligt. Die Partner wollten vor allem Batterien für das Stromnetz entwickeln, die ohne kritische Rohstoffe wie Lithium oder Kobalt auskommen. Dieser Ansatz galt als vielversprechend für die Energiewende, da die Nachfrage nach Speicherlösungen stetig steigt.

Ursprünglich war die Planung des Werks bis Mitte 2023 angestrebt worden. Das hatten die Verantwortlichen im Jahr 2022 angekündigt. Dieser Zeitplan ließ sich jedoch nicht einhalten. Die nun erfolgte Einstellung des Projekts kommt für viele Beobachter nicht völlig überraschend, nachdem die Suche nach Investoren wiederholt ergebnislos geblieben war.

Strukturwandel in der Lausitz gerät ins Stocken

Die Absage von Altech ist nicht der erste Rückschlag für die Region. Erst im vergangenen Jahr hatte der chinesische Batteriehersteller Svolt seine geplante Ansiedlung in Lauchhammer abgesagt. Auch bei anderen Großvorhaben gibt es weiterhin Unsicherheit. So ist unklar, wie es mit den Plänen des deutsch-kanadischen Unternehmens Rock Tech für den Bau einer Lithium-Fabrik in Guben weitergeht.

Die Lausitz steht vor einem tiefgreifenden Strukturwandel. Der Kohleausstieg erfordert neue Arbeitsplätze und Wertschöpfung. Die jüngsten Entwicklungen zeigen jedoch, dass die Ansiedlung von Zukunftstechnologien mit erheblichen Hürden verbunden ist. Für die Kommunen bedeutet das: Sie müssen noch stärker um Investoren werben und gleichzeitig Flächen und Infrastruktur bereithalten.

Der Rückzug von Altech aus Spreetal macht deutlich, wie schwierig die Umsetzung von Großprojekten in der Region derzeit ist. Die Rückgabe des Grundstücks eröffnet zwar neue Möglichkeiten, doch zunächst bleibt ungewiss, welcher Nutzer die Fläche übernimmt. Die Hoffnung auf eine schnelle industrielle Nachnutzung dürfte vorerst gering sein.

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