Beiersdorf senkt Prognose für 2026 und plant Nivea-Wende
Beiersdorf senkt Prognose für 2026 und plant Nivea-Wende

Der Hamburger Konsumgüterkonzern Beiersdorf hat seine Umsatzprognose für das Geschäftsjahr 2026 erneut gesenkt. Wie das Unternehmen am Montagmittag per Ad-hoc-Mitteilung bekannt gab, rechnet der Vorstand nun mit einem organischen Umsatzrückgang im niedrigen einstelligen Prozentbereich für die Konsumentensparte. Zuvor hatte Beiersdorf für das laufende Jahr einen flachen bis leicht wachsenden organischen Umsatz in Aussicht gestellt. Damit korrigiert der Konzern bereits zum dritten Mal innerhalb eines Jahres seine Erwartungen nach unten.

Bereits im Geschäftsjahr 2025 hatte Beiersdorf die Prognose im Sommer sowie im Herbst gesenkt. Erst im April dieses Jahres, bei der Vorstellung der Quartalszahlen, hatte der Vorstand die Ziele für 2026 noch bestätigt. Nun muss sich das Management eingestehen, dass das Geschäft schlechter läuft als erwartet. Als Grund nennt das Unternehmen das „anhaltend schwierige Marktumfeld“ in der Mitteilung.

Nivea gerät zum Sanierungsfall

Besonders betroffen ist das Flaggschiff Nivea. Im ersten Quartal 2026 sanken die Umsätze der Hautpflegemarke, einschließlich der Lippenpflege Labello, um sieben Prozent. Im gesamten Geschäftsjahr 2025 hatte Nivea nur noch um 0,9 Prozent zugelegt. Die Marke, die lange als Wachstumstreiber des Konzerns galt, hat damit deutlich an Dynamik verloren. Für Beiersdorf ist das ein strategisches Problem, denn Nivea ist nicht nur die bekannteste Marke des Konzerns, sondern auch ein maßgeblicher Umsatzträger im Konsumgütergeschäft.

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Konzernchef Vincent Warnery reagiert nun mit einem „Turnaround-Plan“ für Nivea. Innerhalb der nächsten 18 Monate sollen Maßnahmen ergriffen werden, mit denen Nivea ab 2027 wieder wachsen soll. Ein Schwerpunkt des Plans liegt darauf, alle Kategorien der Marke „wiederzubeleben“ – also nicht nur die Gesichtspflege, sondern auch die Körper- und Sonnenpflege. Zudem soll das „Volumenwachstum und die Marktdurchdringung durch erschwingliche und lokal relevante Nivea-Produkte“ gesteigert werden, wie es in der Unternehmensmitteilung heißt.

Nivea hat für Beiersdorf eine zentrale Bedeutung. Die Traditionsmarke wird in zahlreichen Ländern verkauft und gilt als einer der bekanntesten Namen in der Hautpflege. Entsprechend groß ist der Einfluss der Marke auf die Geschäftsentwicklung des Gesamtkonzerns. Ein anhaltender Umsatzrückgang würde nicht nur das Wachstum der Konsumentensparte belasten, sondern auch die Profitabilität von Beiersdorf insgesamt beeinträchtigen.

Die Vorgeschichte der Prognosesenkungen

Die erneute Korrektur der Jahresziele ist ein weiteres Kapitel in einer Reihe von Rückschlägen für den Hamburger Konzern. Bereits im Sommer 2025 hatte Beiersdorf seine Prognose für das damalige Geschäftsjahr zurückgenommen, weil sich das Marktumfeld eingetrübt hatte. Im Herbst 2025 folgte eine weitere Senkung, nachdem sich die Geschäfte nicht wie erhofft entwickelt hatten. Für 2026 war der Konzern zunächst optimistischer gestartet: Ende April bestätigte der Vorstand die Ziele und verwies auf eine erwartete Belebung im zweiten Halbjahr. Doch diese Hoffnung hat sich nicht erfüllt.

Beiersdorf ist einer der größten Konsumgüterhersteller Deutschlands. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Hamburg führt Marken wie Nivea, Eucerin, Hansaplast, La Prairie sowie Tesa. Während Tesa dem Industriegeschäft zuzurechnen ist, umfasst die Konsumentensparte die Hautpflegemarken. Diese Sparte erwirtschaftet den überwiegenden Teil des Konzernumsatzes. Umso stärker wiegt die Schwäche von Nivea, die sich direkt auf die Gesamtentwicklung von Beiersdorf auswirkt.

Ausblick bleibt unsicher

Wie tiefgreifend die Maßnahmen des Turnaround-Plans sein werden, ließ Beiersdorf zunächst offen. Das Unternehmen kündigte lediglich an, in den kommenden 18 Monaten gezielte Schritte umzusetzen, die ab 2027 wieder zu Wachstum bei Nivea führen sollen. Konkrete Details zu Produktinitiativen oder Marketingmaßnahmen wurden nicht genannt. Für Anleger bleibt damit unklar, wie schnell sich die Lage bei der wichtigsten Marke verbessern kann.

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Die Ad-hoc-Mitteilung vom Montagmittag unterstreicht den Ernst der Lage. Der Vorstand um Konzernchef Vincent Warnery steht unter Druck, die Trendwende bei Nivea zu schaffen. Die kommenden Monate werden zeigen, ob der Turnaround-Plan greift und die Marke ihre frühere Stärke zurückgewinnt. Bis dahin bleibt die Unsicherheit hoch – sowohl für die Aktionäre als auch für die Beschäftigten, deren Arbeitsplätze eng an den Erfolg der Traditionsmarke gekoppelt sind.