Nach dem überzeugenden Bundesliga-Start hat sich Sportvorstand Max Eberl erstmals ausführlich zum anhaltenden Lob aus der Klubspitze geäußert. „Wenn Leute mit so viel Erfahrung wie Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge sagen, dass sie mit der Entwicklung zufrieden sind, zeigt das, dass wir auf dem richtigen Weg sind“, wird Eberl von der Augsburger Allgemeinen zitiert. Die Münchner stehen in der Tabelle ganz oben, Trainer Vincent Kompany hat die Mannschaft nach der enttäuschenden Vorsaison wieder auf Kurs gebracht.
Lob von oben: Hoeneß und Rummenigge stützen Eberl
Die Fürsprache der Vereinsführung kommt für Eberl zur richtigen Zeit. Der Sportvorstand war noch vor wenigen Monaten wegen der Kaderplanung kritisiert worden. Nach den Abgängen von Matthijs de Ligt und Noussair Mazraoui meldeten sich Zweifler zu Wort, ob der Kader breit genug aufgestellt ist. Die Verantwortlichen stehen nun jedoch geschlossen hinter Eberl. Uli Hoeneß zeigte sich öffentlich angetan von der „klaren Linie“ in der sportlichen Leitung. Auch Karl-Heinz Rummenigge lobte die „ruhige Hand“ von Eberl und die „positive Ausstrahlung“ des Trainers. Diese Rückendeckung wertet Eberl als Vertrauensbeweis: „Es ist eine große Bestätigung für die tägliche Arbeit.“
Kompany verändert das Spiel: Mut statt Absicherung
Im Zentrum des Lobes steht Trainer Vincent Kompany. Der Belgier hat beim Rekordmeister eine offensive Spielidee installiert, die an die erfolgreichen Jahre unter Pep Guardiola erinnert. Hohes Pressing, schnelles Umschaltspiel und ein dickes Selbstvertrauen zeichnen das Team aus. Kompany setzt auf eine Viererkette, die weit aufrückt, und auf ein Gegenpressing, das dem Gegner keine Räume lässt. Joshua Kimmich blüht in der neuen Rolle als Sechser auf, junge Spieler wie Aleksandar Pavlović bekommen Spielzeit und Verantwortung. Die Mischung aus erfahrenen Führungsspielern wie Harry Kane und Talenten aus dem eigenen Nachwuchs macht die Mannschaft unberechenbar.
Zahlen belegen den Aufschwung
Die Statistik untermauert den Trend. Nach den ersten fünf Bundesliga-Spieltagen holte der FC Bayern 13 Punkte und stellt mit 17 erzielten Treffern die beste Offensive der Liga. Nur vier Gegentore sind ebenfalls ein Topwert. Harry Kane führt die Torjägerliste mit neun Treffern an, Jamal Musiala überzeugt mit fünf Toren und sechs Vorlagen. Damit ist der Bayern-Start so stark wie seit den besten Guardiola-Jahren nicht mehr. Auch die Effizienz stimmt: Die Münchner brauchen im Schnitt nur sechs Schüsse pro Tor – Bestwert in der Bundesliga.
Eberl sieht sich bestätigt
Für Eberl sind dies Belege für die gute Zusammenarbeit zwischen sportlicher Leitung und Trainerteam. „Vincent ist ein Glücksfall für den Verein“, sagt er. „Er lebt Fußball und diese Identifikation überträgt er auf die Spieler.“ Der Sportvorstand verweist auch auf die Entwicklung von Leistungsträgern wie Musiala, der unter Kompany den nächsten Schritt gemacht hat. Zugleich warnt er vor zu viel Euphorie: „Wir haben noch nichts gewonnen, aber diese Basis stimmt.“
Jetzt wartet der Härtetest
Der Lauf soll nun gegen die schwere Konkurrenz bestätigt werden. Nach der Länderspielpause wartet der VfB Stuttgart in der Bundesliga, im DFB-Pokal geht es gegen Mainz 05, und in der Champions League steht das Duell mit dem FC Barcelona an. Eberl sieht den kommenden Aufgaben gelassen entgegen. „An solchen Spielen wollen wir wachsen. Die Mannschaft hat den Charakter, in entscheidenden Momenten da zu sein.“ Der Sportvorstand macht deutlich, dass Kompany den eingeschlagenen Weg konsequent fortsetzen wird: „Wir sind noch lange nicht am Ziel, aber die Richtung stimmt.“



