Berliner Senat beschließt Wärmeplan fristgerecht – Kritik bleibt
Berliner Wärmeplan beschlossen – Kritik bleibt

Berliner Senat beschließt Wärmeplan fristgerecht

Der Berliner Senat hat am Dienstag den gesamtstädtischen Wärmeplan für die Hauptstadt beschlossen – und damit die vom Bund gesetzte Frist für Großstädte bis Mitte 2026 eingehalten. Der Plan zeigt auf, in welchen Gebieten künftig klimafreundliche Wärmenetze ausgebaut werden und wo dezentrale Lösungen wie Wärmepumpen zum Einsatz kommen sollen.

Was der Wärmeplan vorsieht

Laut Ute Bonde, Senatorin für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt, stellt der Wärmeplan die Wärmewende in Berlin auf ein solides Fundament. „Wir zeigen transparent, wie unsere Stadt Schritt für Schritt raus aus den fossilen und hin zu erneuerbaren Wärmequellen kommt – für Mieterinnen und Mieter, für die Wohnungswirtschaft und für Unternehmen“, so Bonde. Ihre Verwaltung hat in den vergangenen Monaten Daten zusammengeführt, Potenziale für erneuerbare Wärme und Abwärme analysiert, Szenarien entwickelt und die Stadt in Gebiete mit unterschiedlichen Versorgungsoptionen gegliedert.

Der Wärmeplan soll den Weg zu einer Wärmeversorgung ohne Öl und Gas aufzeigen, stattdessen mit Fernwärme, neuen Wärmenetzen, Wärmepumpen und weiteren nachhaltigen Lösungen. Bis spätestens 2045 muss die Wärmeversorgung in Deutschland klimaneutral sein. Der Plan liefert laut Senatsverwaltung ein klares Bild, wie sich die Wärmeversorgung in den Kiezen bis 2045 entwickeln kann – in Fünfjahresschritten und mit interaktiven Karten. Vor allem Grundstücks- und Hauseigentümer, aber auch Bezirke und Unternehmen sollen damit eine Grundlage für langfristige Planungen und Investitionen erhalten. „Zugleich bleibt die Entscheidungsfreiheit gewahrt: Der Plan ist eine Orientierung, keine Vorschrift“, heißt es in der Mitteilung der Senatorin.

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Kritik an einseitiger Ausrichtung auf Fernwärme

Bereits vor der Veröffentlichung hatte es heftige Kritik an der Wärmeplanung des Senats gegeben. Der Berliner Mieterverein, der BUND und der Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf bemängelten, dass der Senat einseitig auf Fernwärme setze. Mietern und der Umwelt helfe das nicht. Auch Werner Graf, Spitzenkandidat der Grünen für die Abgeordnetenhauswahl im September, bekräftigte am Dienstag: „Die Berliner Wärmeplanung ist ein wichtiger Schritt, aber die eigentliche Arbeit beginnt erst jetzt. CDU und SPD müssen endlich die politische Steuerung übernehmen, klare Verantwortlichkeiten festlegen und die Bezirke in die Lage versetzen, funktionierende Strukturen aufzubauen.“ Zudem brauche es dringend eine starke Beratungsinfrastruktur, die den Berlinern zeige, wie sie dauerhaft bezahlbar heizen könnten.

Infoabend und weitere Schritte

Eine zentrale Anlaufstelle im Land Berlin ist laut Bonde bereits geplant. Der Wärmeplan werde kontinuierlich fortgeschrieben. Neue Erkenntnisse – etwa zu den Potenzialen der Tiefen Geothermie – sollen schrittweise einfließen und die Datengrundlage für alle Akteure weiter verbessern. Am 29. Juni 2026 lädt die Senatorin ab 17 Uhr zu einem Infoabend rund um den Berliner Wärmeplan ins KINDL – Zentrum für zeitgenössische Kunst (Am Sudhaus 3, 12053 Berlin) ein. Fachleute von Verwaltung, Wärmenetz-, Strom- und Gasnetzbetreibern, Beratungsstellen, Handwerk und Verbänden stehen für Fragen bereit.

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