Deutschland rückt beim Solarausbau global auf Platz vier vor
Deutschland bei Solarausbau global auf Platz vier

Deutschland ist beim Ausbau der Solarenergie auf den vierten Platz der globalen Rangliste vorgerückt. Im vergangenen Jahr gingen in der Bundesrepublik nach vorläufigen Zahlen neue Solaranlagen mit einer Leistung von 17,6 Gigawatt ans Stromnetz, wie der Bundesverband BSW Solar in München zum Auftakt der Messe Intersolar berichtete.

China dominiert, Deutschland vor Südeuropa

An erster Stelle liegt wie in den Vorjahren mit uneinholbarem Vorsprung China. In der Volksrepublik wurden 2025 neue Solarkraftwerke mit einer Leistung von knapp 382 Gigawatt installiert – mehr als in den folgenden neun Ländern der weltweiten Top-Ten-Solarnationen zusammen. Auf den Plätzen zwei und drei folgen Indien (45,7 GW) und die USA (43,2 GW). Auch bei der installierten Gesamtleistung belegt Deutschland mit 118 Gigawatt in identischer Reihenfolge den vierten Rang. In Europa liegt Deutschland an der Spitze, noch vor den mit mehr Sonnenstunden gesegneten Ländern wie Spanien, Frankreich und Italien.

Großanlagen dominieren, private Nachfrage sinkt

Allerdings geht der Zubau im vergangenen Jahr nach Daten des Verbands fast zur Hälfte auf neue Großanlagen auf freiem Feld zurück. Sowohl private Hausbesitzer (minus 24 Prozent) als auch Unternehmen (minus elf Prozent) gaben im Vergleich zum Vorjahr weniger neue Anlagen in Auftrag. In diesem Jahr bescheren der Irankrieg und die Kürzungspläne von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) bei der Solarförderung der Branche eine Sonderkonjunktur, wie BSW Solar-Chef Karsten Körnig sagte.

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Solarausbau im Mai über Vorjahr

Der Solarausbau im Mai lag demnach um 16 Prozent über dem Vorjahr. Derzeit rechnet der Verband mit einem Zubau in ähnlicher Größenordnung wie im vergangenen Jahr, der ursprünglich erwartete Rückgang würde damit ausbleiben.

Kritik an geplanten Förderkürzungen

Körnig appellierte an die Bundesregierung, auf die Streichung der Zuschüsse für neue Anlagen auf Wohnhausdächern zu verzichten. Etwa ein Drittel des von privaten Solaranlagen erzeugten Stroms werde ins Netz eingespeist. „Dieses eine Drittel wird auch nur gefördert“, sagte Körnig. „Dafür gibt es rund 7 Cent die Kilowattstunde.“ Eine Streichung dieses Zuschusses würde nach Berechnungen des Verbands jedoch dazu führen, dass sich die durchschnittliche Solaranlage auf dem Hausdach erst nach 20 Jahren amortisiert. Der Verband geht davon aus, dass dies viele Interessenten künftig abschrecken würde. Die Erwartung der Eigenheimbesitzer sei in der Regel eine Amortisationszeit von 10 bis 12 Jahren. „Wenn es dann Richtung 20 Jahre geht oder mehr, können Sie sich vorstellen, dass dann nur noch ein Bruchteil der Haushalte bereit sind, in eine Solaranlage zu investieren.“

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