EU-Kommission prüft Elektrifizierungsziel von 46 Prozent bis 2040
EU-Kommission prüft Elektrifizierungsziel von 46 % bis 2040

Die Europäische Kommission treibt die Elektrifizierung der Wirtschaft voran und prüft ein verbindliches Ziel, den Anteil von Strom am Energieverbrauch bis 2040 auf 46 Prozent zu steigern. Dies gab die Brüsseler Behörde für das laufende Jahr bekannt. Hintergrund ist die Absicht, die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern zu verringern und den Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase zu senken. Derzeit stagniert die Elektrifizierungsrate in der EU bei 23 Prozent, während bis 2030 eine Quote von 32 Prozent angestrebt wird. Zum Vergleich: China, Korea und Japan liegen bereits heute bei über 30 Prozent.

Deutschland hinkt hinterher

In Deutschland betrug der Elektrifizierungsgrad im Jahr 2024 lediglich 20 Prozent, wie der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) mitteilte. Besonders niedrig ist der Wert im Verkehrssektor mit nur 3 Prozent, während Gewerbe, Handel und Dienstleistungen auf 38 Prozent kommen und die Industrie auf 31 Prozent. Private Haushalte erreichen 21 Prozent. Für Gebäude liegen keine gesonderten Angaben vor.

Fossile Preiskrisen als Treiber

Die EU-Kommission verweist auf die Verwundbarkeit durch importierte fossile Energien: Mehr als die Hälfte des Energieverbrauchs werde durch Einfuhren gedeckt. Der seit Februar andauernde Iran-Krieg habe zu 50 Milliarden Euro zusätzlichen Kosten für Öl- und Gasimporte geführt, ohne dass mehr Brennstoff bezogen wurde. Bereits der Ukraine-Krieg hatte eine fossile Preiskrise ausgelöst. Energieunabhängigkeit sei daher eine Frage der Souveränität, so die Kommission.

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Milliardeneinsparungen und CO2-Reduktion

Durch die Umstellung auf Strom erhofft sich die Kommission, bis 2040 mehr als 70 Prozent der Gasimporte und 40 Prozent der Rohöleinfuhren ersetzen zu können. Die eingesparten Kosten für fossile Importe werden auf bis zu 260 Milliarden Euro geschätzt. Zudem könnten die CO2-Emissionen um über 2 Milliarden Tonnen sinken – das entspricht 20 bis 30 Prozent der derzeitigen Emissionen.

Maßnahmen: Wärmepumpen, E-Autos und Strompreise

Die EU-Kommission will den Einbau von Wärmepumpen und den Absatz von Elektroautos fördern. Zugleich soll Strom erschwinglicher werden, da er für Haushalte und Industrie im Durchschnitt deutlich teurer ist als Gas. Im Laufe des Jahres sollen Vorschläge zur schrittweisen Abschaffung von Subventionen für fossile Brennstoffe folgen. Bereits jetzt hat die Kommission einen Vorschlag vorgelegt, wonach Strom niedriger besteuert werden soll als Erdgas. Zudem sollen Übertragungs- und Verteilungsnetzentgelte flexibler gestaltet werden, sodass Mitgliedstaaten Steuern und Entgelte für bestimmte Nutzer wie energieintensive Industrien oder Energiegemeinschaften senken können.

Ein formeller Vorschlag muss noch von den EU-Ländern und dem Europäischen Parlament beraten werden, bevor Änderungen in Kraft treten.

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