Houston – Die Weltwirtschaft steuert möglicherweise auf eine Ölkrise zu. Die Straße von Hormus bleibt blockiert, die globalen Ölreserven schwinden. Analysten warnen vor einem Schock-Szenario: Brent-Öl könnte auf bis zu 200 Dollar pro Barrel steigen.
Auslöser ist der von US-Präsident Donald Trump befohlene Iran-Krieg, der die Straße von Hormus blockiert. Vor dem Konflikt passierten täglich rund 20 Millionen Barrel die Meerenge, jetzt sind es nur noch etwa 800.000 Barrel. Die saudische Ost-West-Pipeline zum Roten Meer mit einer Kapazität von sieben Millionen Barrel pro Tag ist der wichtigste Ausweg.
Die tägliche Versorgungslücke beträgt rund 12,2 Millionen Barrel. Bisher wurden die Preise durch Lagerbestände und Notreserven gedämpft, doch diese Puffer sind laut Energieexperte Ben Cahill vom Atlantic Council „in den vergangenen 70 Tagen fast aufgebraucht worden“. Die Internationale Energieagentur meldete einen Rückgang der globalen Ölbestände um 129 Millionen Barrel im März und 117 Millionen Barrel im April.
Michael Fitzsimmons von „Seeking Alpha“ sieht eine 50/50-Chance, dass Brent-Öl 200 Dollar pro Barrel erreicht. Ein solches Szenario könnte laut „MarketWatch“ zur „Katastrophe für die Weltwirtschaft“ werden, mit explodierenden Preisen, Versorgungsengpässen und Flugchaos.
In den USA sind die Benzinpreise seit Kriegsbeginn um rund 50 Prozent gestiegen. Ölkonzerne wie Chevron, Exxon Mobil und ConocoPhillips verzeichnen hohe Gewinne, da ihre Fördergebiete weitgehend außerhalb der Krisenzone liegen, sie aber den hohen Weltmarktpreis kassieren.



