Am Ölmarkt bleibt die Lage angespannt. Der Preis der Rohölsorte Brent (Lieferung zu September) ist am Mittwoch zeitweise wieder über 80 Dollar pro Barrel gestiegen, nachdem US-Präsident Donald Trump das Friedensabkommen zwischen den USA und dem Iran für hinfällig erklärt hatte. Auch am Donnerstag notiert Brent weiterhin mehr als sieben Prozent über dem Niveau von Montag.
Angriffe auf Tanker legen Verkehr lahm
Bevor der Iran zwei Tanker in der Meerenge attackierte, hatte der Ölmarkt begonnen, sich zu erholen. Die Entwicklung hat sich nun umgekehrt. Die Straße von Hormus, eine der wichtigsten Wasserstraßen für den globalen Öltransport, ist durch die jüngsten Angriffe nahezu zum Erliegen gekommen. Nach Angaben der Internationalen Energieagentur (IEA) passieren täglich etwa 17 Millionen Barrel Öl diese Meerenge – das entspricht rund 20 Prozent des weltweiten Verbrauchs.
Auswirkungen auf den Ölpreis
Der Anstieg des Ölpreises spiegelt die wachsende Unsicherheit über die Versorgungssicherheit wider. Analysten der Commerzbank warnen, dass eine anhaltende Blockade der Straße von Hormus den Preis auf über 100 Dollar treiben könnte. „Sollte sich die Lage nicht entspannen, droht ein erneuter Ölpreisschock“, sagte ein Sprecher der Bank. Die USA haben bereits angekündigt, ihre militärische Präsenz in der Region zu verstärken.
Reaktionen der Märkte
Die Märkte reagieren nervös. Der DAX gab am Mittwoch um 1,5 Prozent nach, während die Aktien von Ölkonzernen wie BP und Shell deutliche Gewinne verzeichneten. Auch die Schifffahrtsbranche leidet: Die Versicherungsprämien für Tanker in der Region sind um das Dreifache gestiegen, wie der Verband der deutschen Reeder mitteilte.
Die Entwicklung zeigt, wie anfällig der globale Ölmarkt für geopolitische Spannungen ist. Experten fordern eine Diversifizierung der Energiequellen, um die Abhängigkeit von Krisenregionen zu verringern.



