Ifo-Präsident warnt: Globale Ölreserven könnten in nur drei Monaten erschöpft sein
Ölreserven nur für drei Monate - Ifo-Chef warnt vor Engpässen

Ifo-Präsident warnt vor dramatischer Ölverknappung

Der Präsident des Ifo-Instituts, Clemens Fuest, hat in Berlin eine alarmierende Prognose zur weltweiten Energiesituation abgegeben. Laut seinen Berechnungen könnten die strategischen Ölreserven der Welt bereits in drei Monaten vollständig aufgebraucht sein, falls der Konflikt im Persischen Golf andauert und die kritische Straße von Hormus weiterhin blockiert bleibt.

Kriegsfolgen treffen globalen Energiemarkt

Fuest erklärte, dass ein Ausfall von 25 Prozent des üblichen Ölangebots aufgrund des Krieges gegen das Iran-Regime in Kombination mit einer dauerhaften Schließung der Straße von Hormus zu dieser prekären Situation führen würde. „Dann haben wir für drei Monate strategische Ölreserven weltweit“, so der 57-jährige Ökonom wörtlich. Diese Aussage unterstreicht die extreme Abhängigkeit der globalen Wirtschaft von dieser lebenswichtigen Handelsroute.

Die Straße von Hormus gilt als eine der wichtigsten Schlagadern des internationalen Energiemarktes. Zwischen 20 und 25 Prozent des weltweit gehandelten Öls und Gases werden durch diese enge Meerenge transportiert. Seit Kriegsbeginn haben sich die Angriffe der iranischen Mullahs auf Handelsschiffe in dieser Region jedoch massiv verstärkt, was den Tankerverkehr erheblich einschränkt.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Dramatische Lage im Persischen Golf

Aktuelle Daten zeigen das Ausmaß der Krise: Rund 400 Öl- und Produkttanker liegen derzeit untätig im Golf von Oman. Nur ein einziger Öltanker konnte Anfang der Woche die Straße von Hormus ohne Zwischenfall passieren. Die Islamische Republik Iran hat zudem erklärt, „keinen einzigen Liter“ an ihre Feinde liefern zu lassen.

Internationale Beobachter meldeten seit Kriegsbeginn mindestens zwölf Zwischenfälle mit Schiffen rund um die Meerenge. Die Internationale Seeschifffahrtsorganisation berichtete von zwölf Vorfällen mit Handelsschiffen, bei denen mindestens sieben Seeleute ums Leben kamen. Das britische Zentrum United Kingdom Maritime Trade Operations registrierte sogar 17 Vorfälle, darunter 13 direkte Angriffe.

Eskalation der Gewalt auf See

Die Situation spitzt sich weiter zu: Erst am Donnerstag brannten zwei Öltanker ab, wobei ein Mensch starb. Zudem fing ein Containerschiff der Hamburger Reederei Hapag-Lloyd kurzzeitig Feuer. US-Präsident Donald Trump dementierte zwar Berichte über eine Verminung der Straße, bestätigte aber, dass sein Militär 16 inaktive Minenleger zerstört habe.

Fuest mahnt angesichts dieser unsicheren Lage zu größter Zurückhaltung beim Einsatz der strategischen Reserven. „Da wir nicht wissen, ob dieser Krieg nicht noch eskaliert und nicht vielleicht sogar noch Monate andauert, kann man durchaus fragen, ob das jetzt schon richtig ist, die Reserven so früh freizugeben“, warnt der Ifo-Chef. Seine Mahnung richtet sich an Regierungen weltweit, die bereits begonnen haben, ihre Notvorräte anzuzapfen.

Folgen für Verbraucher und Wirtschaft

Die Konsequenzen einer solchen Ölverknappung wären weitreichend: Wird das Öl knapp, wird so gut wie alles teurer – von Benzin über Heizöl bis hin zu allen Produkten, die energieintensiv hergestellt oder transportiert werden müssen. Die Inflation könnte dadurch zusätzlich angeheizt werden, was die Kaufkraft der Verbraucher weiter schwächen würde.

Die Warnung des renommierten Ökonomen kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die globale Wirtschaft ohnehin mit multiplen Krisen zu kämpfen hat. Die Blockade der Straße von Hormus stellt nicht nur eine unmittelbare Bedrohung für die Energieversorgung dar, sondern könnte auch langfristige strukturelle Veränderungen auf den Energiemärkten auslösen.

Experten befürchten, dass bei einem weiteren Anhalten der Krise die strategischen Reserven tatsächlich bis zum Sommer erschöpft sein könnten. Dies würde die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen und die Verwundbarkeit der globalen Lieferketten in beispielloser Weise offenbaren.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration