Der Ausbau der Windkraft in Thüringen kommt nur schleppend voran. Im ersten Halbjahr 2026 ging im Freistaat lediglich eine neue Windkraftanlage mit einer Leistung von sechs Megawatt (MW) in Betrieb. Das geht aus Daten der Fachagentur Wind und Solar hervor. Die neu installierte Leistung sank damit um 74,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Gemeinsam mit dem Saarland belegt Thüringen unter den Flächenländern den letzten Platz.
Bundesweiter Rekord bei Genehmigungen
Während Thüringen schwächelt, verzeichnet Deutschland insgesamt einen Aufwärtstrend. In den ersten sechs Monaten 2026 gingen bundesweit 423 neue Windenergieanlagen mit einer Gesamtleistung von 2.363 MW ans Netz – ein Plus von sieben Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die neu genehmigte Leistung stieg um knapp 14 Prozent auf 9,1 Gigawatt (GW) und erreichte damit einen neuen Rekordwert. „Noch nie zuvor wurde in einem ersten Halbjahr so viel Windenergieleistung genehmigt wie jetzt“, teilte die Fachagentur mit.
Stromerzeugung aus Windkraft gestiegen
Die Windenergie an Land erzeugte im ersten Halbjahr 53,1 Milliarden Kilowattstunden Strom – ein Anstieg um acht Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Mit einem Anteil von 23 Prozent bleibt die Windenergie der wichtigste Energieträger der deutschen Stromerzeugung. In Thüringen wurde die einzige neue Anlage im Rahmen eines Repowerings errichtet: Eine bestehende Anlage wurde durch eine leistungsstärkere ersetzt. Gleichzeitig genehmigte der Freistaat neue Windenergieanlagen mit einer Leistung von 191 MW.
Thüringens Windkraftbestand im Bundesvergleich
Zur Jahresmitte 2026 gab es in Thüringen insgesamt 862 Windräder mit einer installierten Leistung von 1.906 MW. Das entspricht 2,7 Prozent des bundesweiten Gesamtbestands. Die Daten der Fachagentur Wind und Solar zeigen, dass Thüringen beim Ausbau der Windenergie deutlich hinter anderen Bundesländern zurückbleibt, obwohl die Zahl der Genehmigungen zuletzt gestiegen ist.



