Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) treiben den Bau einer neuen Pipeline voran, die die strategisch wichtige Straße von Hormus umgehen soll. Sultan Ahmed Al Jaber, Industrieminister und Chef des staatlichen Ölkonzerns Adnoc, gab bekannt, dass das Projekt bereits zu 50 Prozent abgeschlossen sei. Die Nachrichtenagentur Reuters berichtete darüber.
Die West-Ost-Pipeline soll den Export von Rohöl über den Hafen von Fudschaira ermöglichen und die dortige Kapazität verdoppeln. Kronprinz Khaled bin Mohamed bin Zayed Al Nahyan erklärte kürzlich, die Pipeline solle 2027 in Betrieb gehen. Er habe Adnoc angewiesen, die Fertigstellung zu beschleunigen. Der ursprüngliche Zeitplan wurde nicht veröffentlicht.
Hintergrund des Projekts ist die anhaltende Blockade der Straße von Hormus, die etwa ein Fünftel der weltweiten Ölversorgung unterbrochen hat. Die Energiepreise sind infolgedessen stark gestiegen. Al Jaber betonte, dass noch immer zu viel Energie durch zu wenige Engpässe fließe.
Die VAE waren Anfang Mai überraschend aus der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) ausgetreten, um eigene Fördermengen und Preise bestimmen zu können. Bis 2025 wollen sie ihre Förderkapazität auf fünf Millionen Barrel pro Tag steigern.
Neben Saudi-Arabien sind die VAE der einzige Golf-Produzent mit einer Pipeline, die Rohöl außerhalb der Straße von Hormus exportieren kann. Andere Staaten wie Kuwait, Irak, Katar und Bahrain sind für ihre Schiffslieferungen weiterhin auf die Meerenge angewiesen.



