Commerzbank-Mitarbeiter protestieren gegen UniCredit-Übernahme
Commerzbank-Mitarbeiter protestieren gegen UniCredit-Übernahme

Vor der Hauptversammlung der Commerzbank in Wiesbaden haben Beschäftigte gegen die drohende Übernahme durch die italienische Großbank UniCredit protestiert. Die Demonstranten versammelten sich vor dem Veranstaltungsort und hielten Plakate mit Sprüchen wie „Wir sind die Bank – stark und eigenständig“ hoch.

Verdi-Gewerkschaftssekretär und Aufsichtsratsmitglied der Commerzbank, Frederik Werning, äußerte sich skeptisch gegenüber UniCredit-Chef Andrea Orcel: „Für uns ist ganz klar, wir können diesem Mann nicht trauen. Wir haben große Sorgen, wenn er mit seinen Plänen durchkommt.“

Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp betonte vor dem Aktionärstreffen, dass ihr Institut gesprächsbereit sei, aber auch eigene Forderungen durchsetzen wolle. „Und das ist ganz klar eine Prämie für unsere Aktionäre und die Anerkennung der Stärken unseres Geschäftsmodells“, sagte sie.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

UniCredit selbst nimmt einem Medienbericht zufolge nicht an der Versammlung teil. Die Nachrichtenagentur Reuters berichtet unter Berufung auf zwei mit dem Vorgang vertraute Personen, dass die Großbank dem Treffen fernbleiben werde.

Hintergrund der Proteste ist die Sorge vor einem massiven Stellenabbau im Falle einer Fusion mit der UniCredit-Tochter HypoVereinsbank (HVB). Die Commerzbank rechnet eigenen Angaben nach mit einem Abbau von 10.000 bis 11.000 Arbeitsplätzen, während UniCredit von 7.000 überzähligen Stellen in Deutschland spricht. Der Betriebsrat fürchtet sogar den Verlust von bis zu 23.000 Jobs, sollte UniCredit mit der Commerzbank ähnlich verfahren wie mit der HVB. Als eigenständiges Institut plant die Commerzbank indes den Wegfall von 3.000 Stellen, um profitabler zu werden.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration