BayernLB verzeichnet Gewinnrückgang - DKB als Wachstumsmotor
Die langjährige Wirtschaftskrise hinterlässt deutliche Spuren bei der BayernLB. Der Nettoüberschuss der bayerischen Landesbank ging im vergangenen Jahr um 16 Prozent zurück, konnte jedoch dank der florierenden Online-Tochter DKB weiterhin die Milliardengrenze überschreiten. Mit einem Ergebnis von gut einer Milliarde Euro bleibt die Bank trotz schwieriger Rahmenbedingungen profitabel.
DKB als profitabler Wachstumstreiber
Den Löwenanteil des Vorsteuergewinns erwirtschaftete die Berliner Direktbank DKB mit knapp 1,2 Milliarden Euro. Als zweitgrößte Online-Bank Deutschlands nach der ING Diba betreut die DKB bereits 5,9 Millionen Kunden. Vorstandschef Sven Deglow kündigte in Berlin eine ambitionierte Expansionsstrategie für die kommenden fünf Jahre an. „Wir treten nicht auf die Bremse, sondern erhöhen bewusst das Tempo“, betonte Deglow.
Für die Wachstumspläne bis 2030 sind Investitionen von einer halben Milliarde Euro in Informationstechnologie und Künstliche Intelligenz vorgesehen. Das erklärte Ziel lautet, den Vorsteuergewinn bis 2030 auf 1,6 Milliarden Euro zu steigern. Ein zentraler Baustein dieser Strategie ist der massive Ausbau des Wertpapiergeschäfts. Die DKB plant, die Anzahl der Wertpapierdepots von derzeit rund 900.000 auf über zwei Millionen zu erhöhen.
Mutterkonzern BayernLB kämpft mit Konjunkturflaute
Während die DKB expandiert, bleibt die eigentliche BayernLB in München vorsichtig. Die Bank betreut ausschließlich Firmenkunden und spürt die anhaltende Konjunkturschwäche deutlich. Im Firmenkundengeschäft musste die BayernLB ihre Risikovorsorge für potenziell ausfallgefährdete Kredite erheblich erhöhen, was den Vorsteuergewinn in diesem Bereich um fast 100 Millionen auf 140 Millionen Euro schrumpfen ließ.
Auf der positiven Seite profitierte die BayernLB von der allmählichen Wiederbelebung des Immobilienmarktes. Hier legte der Vorsteuergewinn um gut 100 Millionen auf 226 Millionen Euro zu. Eigentümer des Konzerns bleiben das Land Bayern und die bayerischen Sparkassen.
Vorsichtiger Ausblick trotz solider Zahlen
Die BayernLB hat in den vergangenen Jahren regelmäßig ihre eigenen Erwartungen übertroffen. Dies liegt auch an der Strategie von Vorstandschef Stephan Winkelmeier, zu Jahresbeginn routinemäßig vorsichtige Prognosen abzugeben. Für 2025 hatte Winkelmeier mehr als eine Milliarde Euro Vorsteuergewinn in Aussicht gestellt – am Ende waren es mit knapp 1,4 Milliarden Euro deutlich mehr.
Für das laufende Jahr bleibt der Ausblick zurückhaltend. Der BayernLB-Vorstand rechnet mit einem Vorsteuerergebnis zwischen 1,1 und 1,3 Milliarden Euro. Wie bereits in den vergangenen Jahren wird diese Prognose aufgrund der unsicheren weltpolitischen und wirtschaftlichen Lage unter Vorbehalt gestellt. Die Bank positioniert sich damit weiterhin defensiv, während ihre Online-Tochter DKB offensive Wachstumsziele verfolgt.



