Deutsche Sparer: Sicherheit steht über Rendite
Deutsche Haushalte verfügten Ende 2024 über mehr als neun Billionen Euro Ersparnisse, wie aktuelle Zahlen der Deutschen Bundesbank belegen. Die Bereitschaft zur finanziellen Vorsorge ist groß, doch viele Bürger zeigen sich unsicher bei der konkreten Umsetzung. Dies geht aus dem neuen b4p-Trendreport „Finanzen“ der Gesellschaft für integrierte Kommunikationsforschung (GIK) hervor, einem Zusammenschluss der fünf großen deutschen Medienhäuser inklusive Axel Springer.
Grundsätzliches Interesse an Geldanlage
Laut der repräsentativen Studie interessiert sich jeder zweite Deutsche grundsätzlich für das Thema Geldanlegen. Mehr als ein Drittel (34 Prozent) plant, innerhalb der kommenden zwölf Monate zu investieren. Trotz wirtschaftlicher Sorgen und sinkendem Vertrauen in die gesetzliche Rente – nur 24 Prozent halten sie für sicher – setzt die Mehrheit auf stabile Lösungen: Für 75 Prozent der Befragten ist Sicherheit wichtiger als hohe Rendite.
Unterschiede zwischen Geschlechtern und Generationen
Beim Investieren zeigen sich deutliche geschlechtsspezifische Unterschiede: 40 Prozent der Männer wollen innerhalb eines Jahres Geld anlegen, bei Frauen sind es lediglich 27 Prozent. Auch beim Gefühl der finanziellen Absicherung liegen Männer (50 Prozent) deutlich vor Frauen (30 Prozent).
Die Altersstruktur beeinflusst die Anlagestrategie erheblich:
- Unter 30-Jährige sind risikobereiter und investieren häufiger in ETFs (25 Prozent), Aktien (23 Prozent) sowie Kryptowährungen (12 Prozent).
- Ab 50 Jahren dominiert die Sicherheitsorientierung: Tagesgeld (46 Prozent) und Sparbuch (33 Prozent) führen deutlich.
Beratungsbedarf und digitale Skepsis
Nur 49 Prozent der Deutschen fühlen sich über private Altersvorsorge-Möglichkeiten gut informiert. Häufige Hindernisse sind fehlende kompetente Ansprechpartner (50 Prozent), mangelnde Motivation (34 Prozent) und Orientierungslosigkeit (25 Prozent). Entsprechend wichtig bleibt professionelle Beratung: Für 67 Prozent ist ein vertrauenswürdiger Bank- oder Finanzberater zentral.
Bei der Informationsbeschaffung spielen seriöse redaktionelle Angebote über alle Altersgruppen hinweg eine zentrale Rolle, besonders bei komplexen Finanzthemen. Digitale Tools, Apps und KI-Angebote gewinnen zwar an Bedeutung – insbesondere bei jüngeren Anlegern – stoßen aber weiterhin auf Skepsis aufgrund von Datenschutzbedenken und Vertrauensfragen.
Studienhintergrund
Die repräsentative Umfrage wurde von Oktober bis November 2025 unter 1129 Personen im Alter von 16 bis 84 Jahren durchgeführt und ist repräsentativ für die deutsche Online-Bevölkerung. Die Ergebnisse verdeutlichen die anhaltende Spannung zwischen Investitionslust und Sicherheitsbedürfnis in der deutschen Bevölkerung.



