EZB verzeichnet 2025 erneut Verlust: Keine Ausschüttung an Bundesbank
EZB-Verlust 2025: Keine Ausschüttung an Bundesbank

EZB-Bilanz 2025: Erneut rote Zahlen und keine Ausschüttung an Bundesbank

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat für das Jahr 2025 erneut einen Verlust in ihrer Bilanz ausgewiesen. Wie die Frankfurter Notenbank mitteilte, beläuft sich das Minus auf gut 1,25 Milliarden Euro. Diese Entwicklung hat direkte Konsequenzen für die nationalen Zentralbanken im Euroraum, darunter die Deutsche Bundesbank: Eine Gewinnausschüttung fällt damit zum wiederholten Mal aus.

Verlustserie setzt sich fort

Die EZB verzeichnet nun bereits seit mehreren Jahren rote Zahlen. Der letzte Gewinn wurde im Jahr 2021 erzielt. Im Jahr 2024 musste die Notenbank mit mehr als 7,9 Milliarden Euro den höchsten Verlust ihrer über 25-jährigen Geschichte verbuchen. Die kumulierten Verluste der vergangenen Jahre belaufen sich inzwischen auf rund 10,5 Milliarden Euro, die in der Bilanz fortgeschrieben werden müssen.

Bundesbank erwartet weitere Verlustjahre

Die Deutsche Bundesbank wird am kommenden Donnerstag, dem 5. März, ihren Geschäftsbericht vorlegen. Im Geschäftsjahr 2024 hatte die Bundesbank erstmals seit 1979 einen Verlust gemacht – und zwar den höchsten in ihrer Geschichte: Rund 19,2 Milliarden Euro standen unter dem Strich. Bundesbank-Präsident Joachim Nagel hat bereits auf weitere Verlustjahre eingestimmt, was die angespannte finanzielle Lage unterstreicht.

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Trendwende möglicherweise ab 2026

Die EZB gibt jedoch Anlass zur Hoffnung auf eine baldige Besserung der Bilanzlage. In ihrer Mitteilung heißt es: „Es wird erwartet, dass die EZB im Jahr 2026 oder im Jahr danach wieder Gewinne erzielen wird.“ Allerdings macht die Notenbank deutlich, dass diese Prognose von mehreren Faktoren abhängt:

  • Der künftigen Höhe der Leitzinsen
  • Den Wechselkursentwicklungen
  • Der Größe und Zusammensetzung der EZB-Bilanz

Bis die nationalen Zentralbanken im Euroraum wieder von Ausschüttungen profitieren können, dürfte es jedoch noch Jahre dauern. Die aufgelaufenen Verluste müssen zunächst durch künftige Gewinne ausgeglichen werden.

Auswirkungen der Zinspolitik

Die aktuellen Verluste sind maßgeblich eine Folge der geldpolitischen Entscheidungen der EZB. Beginnend im Sommer 2022 hatte die Notenbank die Zinsen rasant erhöht, um die zeitweise hohe Inflation zu bekämpfen. Diese Zinserhöhungen führten zu steigenden Zinsausgaben, während die Zinseinnahmen nicht im gleichen Maße stiegen.

Zudem werfen viele Wertpapiere mit langer Laufzeit – wie Staats- und Unternehmensanleihen, die die Euro-Notenbanken im Rahmen ihrer Geldpolitik in großem Umfang gekauft hatten – vergleichsweise niedrige Zinsen ab. Inzwischen hat die EZB die Leitzinsen wieder gesenkt, da die Teuerungsrate von ihren Rekordständen weit entfernt ist. Im vergangenen Jahr beliefen sich die Zinsaufwendungen der EZB auf 178 Millionen Euro – deutlich weniger als die 6,98 Milliarden Euro im Jahr 2024.

EZB betont Handlungsfähigkeit

Die EZB bekräftigte in ihrer Stellungnahme, dass die vorübergehenden roten Zahlen eine direkte Konsequenz notwendiger geldpolitischer Maßnahmen seien. „In jedem Fall kann die EZB unabhängig von etwaigen Verlusten effektiv arbeiten und ihr vorrangiges Mandat der Gewährleistung der Preisstabilität erfüllen.“

Die Notenbank betonte zudem, dass die Erzielung von Gewinnen nicht ihr Hauptziel sei. Vielmehr stehe die Sicherung stabiler Preise und einer stabilen Währung im 21 Länder umfassenden Euroraum im Vordergrund. Die EZB und die nationalen Zentralbanken des Eurosystems bleiben somit trotz der finanziellen Herausforderungen handlungsfähig und fokussiert auf ihre Kernaufgaben.

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