München Ticket in der Krise: Stadt schießt Million zu, um Traditionsunternehmen zu retten
München Ticket: Stadt rettet Ticket-Anbieter mit Millionensubvention

München Ticket in existenzieller Notlage: Stadt greift mit Steuermillion ein

Das traditionsreiche Münchner Unternehmen München Ticket GmbH steht vor einer ungewissen Zukunft. Seit mehreren Jahren schreibt das städtische Unternehmen, das für den Verkauf von Eintrittskarten für Konzerte und Veranstaltungen zuständig ist, rote Zahlen. Die anhaltenden Verluste haben nun dazu geführt, dass die Stadt München mit einer finanziellen Rettungsaktion eingreifen muss.

Eine Million Euro als Soforthilfe gegen die Insolvenz

Am Dienstag tagte der Wirtschaftsausschuss des Münchner Stadtrates, um über das Schicksal des Unternehmens zu beraten. Dabei wurde beschlossen, dem angeschlagenen Ticket-Anbieter zunächst rund eine Million Euro aus städtischen Mitteln zuzuschießen. Diese Soforthilfe soll verhindern, dass das Unternehmen mit seinen 91 Mitarbeitern unmittelbar in die Insolvenz rutscht.

Die endgültige Entscheidung über die Zukunft von München Ticket fällt jedoch erst in der Vollversammlung des Stadtrates am 4. März 2026. Interessanterweise liegt dieser Termin nur vier Tage vor der anstehenden Kommunalwahl in München, was der Entscheidung zusätzliches politisches Gewicht verleiht.

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Ursachen der anhaltenden Krise

Die Probleme von München Ticket haben mehrere Ursachen:

  • Die Corona-Pandemie stürzte die gesamte Veranstaltungsbranche in eine schwere Krise. Im Jahr 2020 verzeichnete das Unternehmen allein etwa vier Millionen Euro Verlust.
  • Selbst nach der Pandemie konnte sich das Unternehmen nicht erholen. Bis auf das Jahr 2024 gab es jedes Jahr weitere Verluste, 2025 beliefen sich diese laut Berichten auf 671.000 Euro.
  • Strukturveränderungen in der Branche und der Konkurrenzdruck durch große, finanzstarke Veranstalter machen regionalen Anbietern wie München Ticket das Überleben schwer.

Langfristige Lösungsansätze im Gespräch

Neben der akuten finanziellen Unterstützung werden auch langfristige Strategien diskutiert. Das Wirtschaftsreferat der Stadt München sieht in einem überregionalen Unternehmensverbund mit anderen Tickethändlern die vielversprechendste Perspektive. Nur im Rahmen eines größeren Verbundes könne München Ticket dauerhaft überlebensfähig bleiben, heißt es in entsprechenden Vorlagen.

Alternativ wird auch ein Verkauf des Unternehmens in Betracht gezogen. Die Stadt München hat jedoch ein deutliches Interesse am Fortbestehen der GmbH, die aktuell im Besitz der städtischen Tochtergesellschaften Gasteig München GmbH und Olympiapark München GmbH ist.

Stimmen aus der Stadtverwaltung

Eine Pressesprecherin des Referats für Arbeit und Wirtschaft (RAW) betonte auf Nachfrage: „Ziel ist es, im Sinne der Mitarbeitenden und der kulturellen Bedarfe in München eine wirtschaftlich tragfähige und gute Perspektive zu entwickeln. Die politischen Signale aus den Reihen des Stadtrates stimmen uns zuversichtlich, dass wir eine gute Lösung finden werden.“

Geschäftsführer Stephan Rusch kämpft weiter um das Überleben des Unternehmens, das jährlich mehr als zwei Millionen Kunden betreut und Zugang zu über 15.000 Konzerten und Veranstaltungen ermöglicht. Ob die Millionensubvention und die geplanten strukturellen Veränderungen ausreichen werden, um den traditionsreichen Ticket-Anbieter zu retten, wird sich in den kommenden Wochen zeigen.

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