Trotz Milliardengewinn: Santander schließt jede vierte Filiale in Deutschland
Santander schließt 52 Filialen in Deutschland trotz Rekordgewinn

Massiver Umbau bei Santander Deutschland: 52 Filialen stehen vor der Schließung

Trotz eines beeindruckenden Rekordgewinns von 14,1 Milliarden Euro im vergangenen Jahr plant die spanische Großbank Santander einen tiefgreifenden Kahlschlag in ihrem deutschen Geschäft. Wie aus Unternehmenskreisen bekannt wurde, sollen bundesweit 52 Filialen – das entspricht etwa jeder vierten Niederlassung – geschlossen werden. Mit dieser drastischen Maßnahme würden mehr als 100 Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz bei dem Finanzinstitut verlieren.

Betroffene Standorte und interne Bestätigung

Auf der Streichliste stehen laut Informationen aus der Gesellschaft zahlreiche Vertretungen in verschiedenen Städten. Darunter befinden sich Filialen in Aalen, Brandenburg an der Havel, Celle, Leverkusen, Flensburg, Greifswald, Kempten und Tübingen. Das Unternehmen bestätigte auf Nachfrage die geplanten Einschnitte und erklärte: „Santander Deutschland optimiert derzeit sein Filialnetz.“ Eine Sprecherin präzisierte, dass diese Optimierung mit der Schließung von rund 50 Filialen sowie einem Abbau von bis zu 150 Stellen im Filialnetz einhergehen könnte.

Interne Quellen sprechen sogar von bis zu 170 betroffenen Mitarbeitern. Die Begründung für diesen radikalen Umbau liefert die Bank selbst: Der anhaltende Branchenwandel zwinge zu solchen Maßnahmen. Seit Jahren wechseln Kunden verstärkt zu Online-Banken, die überhaupt kein physisches Filialnetz unterhalten. Dieser Trend zur Digitalisierung stellt traditionelle Banken vor enorme Herausforderungen.

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Historischer Kontext und Wettbewerbssituation

Es handelt sich nicht um das erste Sparpaket, das die spanische Muttergesellschaft ihrem deutschen Ableger verordnet hat. Bereits im Jahr 2017 hatte Santander 100 Filialen geschlossen und seitdem etwa 1100 Stellen abgebaut. Der deutsche Bankenmarkt gilt als besonders hart umkämpft, dominiert von Sparkassen, Volksbanken sowie den gut aufgestellten Großbanken Deutsche Bank und Commerzbank.

Umso überraschender wirken die aktuellen Pläne angesichts der jüngsten Erfolgsmeldungen. Erst am vergangenen Mittwoch hatte Santander-Chefin Ana Botín den Rekordgewinn von 14,1 Milliarden Euro für das vergangene Jahr bekannt gegeben. Die 65-jährige Bankmanagerin verspricht ihren Aktionären sogar noch mehr: Bis zum Jahr 2028 will sie den Gewinn des spanischen Finanzkonzerns auf 20 Milliarden Euro steigern.

Strategische Ausrichtung und Zukunftspläne

Offenbar soll der Kahlschlag im deutschen Filialnetz einen Beitrag zu dieser ambitionierten Gewinnsteigerung leisten. Die Santander Gruppe beschäftigt weltweit knapp 200.000 Mitarbeiter und zählt zu den größten Finanzinstituten Europas. In Deutschland beschäftigt die Gesellschaft nach eigenen Angaben aktuell 3900 Menschen und positioniert sich selbst als eine der „großen Privatbanken“ des Landes.

Der geplante Filialabbau spiegelt einen grundlegenden strategischen Wandel wider. Während die Digitalisierung voranschreitet und Kunden zunehmend digitale Banking-Lösungen bevorzugen, müssen traditionelle Banken ihre Geschäftsmodelle anpassen. Die Schließung physischer Standorte ist dabei nur ein Aspekt einer umfassenden Transformation, die viele Finanzinstitute derzeit durchlaufen.

Die betroffenen Mitarbeiter und Kunden der geschlossenen Filialen müssen sich nun auf Veränderungen einstellen. Für die Bank bedeutet der Schritt eine konsequente Anpassung an die veränderten Marktbedingungen, auch wenn dies kurzfristig zu sozialen Härten führt. Langfristig will Santander durch diese Maßnahmen wettbewerbsfähig bleiben und die versprochenen Gewinnziele erreichen.

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