Schufa-Transparenz: Mehrheit der Deutschen interessiert sich nicht für Bonitäts-Score
Schufa-Transparenz: Deutsche interessieren sich nicht für Score

Schufa öffnet die Blackbox – doch Verbraucher zeigen wenig Interesse

Die Schufa will ihr undurchsichtiges Image loswerden und startet eine Transparenzoffensive. Ab dem 17. März können Verbraucherinnen und Verbraucher ihren vereinfachten Score kostenfrei einsehen, sofern sie sich einmalig registrieren. Doch eine aktuelle Umfrage zeigt: Die Mehrheit der Deutschen interessiert sich kaum für die Berechnungen der einflussreichen Auskunftei.

Umfrage offenbart Wissenslücken bei Verbrauchern

Einer repräsentativen Verivox-Umfrage zufolge hat die Mehrheit in Deutschland (55,6 Prozent) den persönlichen Schufa-Score noch nie abgerufen. Das Meinungsforschungsinstitut Innofact befragte im Februar 2026 insgesamt 1.002 Erwachsene. Die Ergebnisse sind eindeutig: Lediglich jeder Zehnte verfügt über eine überwiegend zutreffende Vorstellung davon, wie die Schufa die Kreditwürdigkeit ermittelt.

„Für den Zugang zu Krediten und wichtigen Verträgen des alltäglichen Lebens sind die bei der Schufa gespeicherten Daten von großer Bedeutung“, betont Oliver Maier, Geschäftsführer der Verivox Finanzvergleich GmbH. „Trotzdem sind die meisten Menschen unzureichend oder gar nicht darüber im Bilde, wie die Auskunftei ihre Kreditwürdigkeit einschätzt und auf welcher Informationsgrundlage diese Einstufung erfolgt.“

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Neue Transparenz: Zwölf Kriterien werden entschlüsselt

Die Schufa mit Sitz in Wiesbaden verspricht, dass Laien künftig ohne großen Aufwand nachrechnen können, wie die Angaben zur Kreditwürdigkeit zustande kommen. Für zwölf klar definierte Kriterien werden Punkte vergeben, die in Summe 100 bis 999 ergeben:

  • Alter der ältesten Kreditkarte
  • Alter der aktuellen Adresse
  • Anzahl von Anfragen und Abschlüssen für Girokonten und Kreditkarten in den vergangenen 12 Monaten
  • Kredit mit der längsten Restlaufzeit
  • Anzahl von Anfragen im Bereich Telekommunikation & (Online)-Handel in den vergangenen 12 Monaten
  • Alter des ältesten Bankvertrags
  • Immobilienkredit oder Bürgschaft
  • Aufgenommene Ratenkredite in den vergangenen 12 Monaten
  • Kreditstatus
  • Vorliegen einer Identitätsprüfung
  • Jüngster Rahmenkredit
  • Zahlungsstörungen

„Jedes Kriterium, das in den Score einfließt, erhält Punkte, die ganz einfach zusammengerechnet werden können und die Gewichtung im Score widerspiegeln“, erläutert die Schufa. Je höher die Gesamtpunktzahl, desto besser die Bonität des Verbrauchers – also die Wahrscheinlichkeit, dass Rechnungen pünktlich bezahlt und Kredite zuverlässig getilgt werden.

Hohe Relevanz für Wirtschaft und Verbraucher

Die Berechnungen von Auskunfteien wie Schufa, Creditreform oder Crif sind für Banken, Versandhändler, Mobilfunkanbieter und Energielieferanten ein wichtiger Maßstab. Sie wollen wissen, wie es um die Zahlungsmoral ihrer Kundschaft bestellt ist, bevor Verträge geschlossen und Waren übergeben werden. Eine schlechtere Bewertung kann Kredite deutlich verteuern oder sogar verhindern.

Die Schufa verfügt nach eigenen Angaben über Informationen zu 68 Millionen Menschen in Deutschland. Überwiegend seien „ausschließlich positive Informationen gespeichert“. Verbraucherschützer fordern seit langem mehr Transparenz von der Schufa, da sich immer wieder Verbraucher über negative Bewertungen beschweren, die aus ihrer Sicht auf falschen oder strittigen Daten beruhen.

Die neue Transparenzinitiative der Schufa kommt somit zu einem Zeitpunkt, an dem das Interesse der Verbraucher an ihren Bonitätsdaten offenbar geringer ist als erwartet. Ob die vereinfachte Darstellung tatsächlich zu mehr Verständnis und Engagement führt, bleibt abzuwarten.

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