Spritpreise erreichen neuen Höchststand: Diesel im Tagesschnitt über 2 Euro
Spritpreise: Diesel über 2 Euro im Tagesschnitt

Spritpreise erreichen neuen Höchststand: Diesel im Tagesschnitt über 2 Euro

Die Spritpreise in Deutschland steigen kontinuierlich weiter an. Sowohl Diesel als auch Benzin haben sich am Mittwoch erneut deutlich verteuert. Im Vergleich zum Freitag der vergangenen Woche fällt der Anstieg besonders drastisch aus.

Diesel überschreitet die Zwei-Euro-Marke

Diesel kostete im bundesweiten Tagesschnitt des Mittwochs 2,005 Euro pro Liter, wie der ADAC mitteilte. Das bedeutet einen Anstieg von 8,8 Cent gegenüber dem Dienstag und sogar 25,9 Cent im Vergleich zum Freitag vor Ausbruch des Iran-Krieges. Super E10 verteuerte sich zum Dienstag um 3,8 Cent pro Liter auf 1,935 Euro, was im Vergleich zum Freitag einem Plus von 15,7 Cent entspricht.

Interessant ist, dass Diesel die Marke von 2 Euro am Mittwoch bereits in der morgendlichen Preisspitze vorübergehend überschritten hatte. Anders als an normalen Tagen folgte danach jedoch kein starker Preisrückgang im Tagesverlauf, was die anhaltende Hochpreisphase unterstreicht.

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Experten erklären die Preisdynamik

Dass Diesel zurzeit teurer als Benzin ist, liegt laut Expertenmeinungen daran, dass sein Preis typischerweise krisenanfälliger reagiert. Dies hat mehrere Gründe:

  • Diesel wird unter anderem als Ersatz für Gas verwendet.
  • Er spielt eine größere Rolle für die Industrie.
  • Die globale Nachfrage ist in unsicheren Zeiten besonders volatil.

Diskussion um mögliche Spritpreisbremse

Dass E10 oder Diesel im Tagesdurchschnitt mehr als zwei Euro kosten, war zuletzt im Jahr 2022 der Fall. Die steigenden Spritpreise sorgen inzwischen für eine intensive politische Diskussion um eine mögliche Spritpreisbremse. 2022 hatte der Staat die Steuern auf Diesel und Benzin von Juni bis August deutlich gesenkt, um Autofahrer angesichts der hohen Preise zu entlasten. Damals gab es teilweise deutliche Kritik, dass die Erleichterung die Verbraucher nur unvollständig erreicht habe.

Politische Reaktionen und Prüfungen

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) hat eine Überprüfung der Preise angekündigt: „Wir werden prüfen, dass nicht eine Situation ausgenutzt wird, die sich an den Märkten abbildet, aber nicht in dieser Höhe“, sagte Reiche im Podcast von „Table.Briefings“. Sie stehe dazu in intensivem Austausch mit dem Bundeskartellamt.

Bundesfinanzminister Lars Klingbeil drohte Mineralölkonzernen zudem mit Konsequenzen, sollten sie versuchen, aus dem Iran-Krieg und der aktuellen Lage Kapital zu schlagen. „Also es darf da jetzt keine Abzocke geben und da muss Politik natürlich auch handeln und muss da klar und konsequent vorgehen“, erklärte der SPD-Chef in der Sendung „ZDF spezial“.

Hintergrund: Iran-Krieg und Straße von Hormus

Der Hauptgrund für die hohen Spritpreise ist der Iran-Krieg und die damit verbundene Sperrung der Straße von Hormus vor der Küste des Landes. Diese Meerenge spielt eine zentrale Rolle für Öl- und Gaslieferungen weltweit. Seit der Eskalation am Samstag sind auch Rohöl und Gas deutlich teurer geworden, was sich unmittelbar auf die Kraftstoffpreise in Deutschland auswirkt. Die Unsicherheit an den globalen Märkten treibt die Preise weiter nach oben und belastet Verbraucher sowie Unternehmen gleichermaßen.

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