Wohnungsbau zieht an: Baugenehmigungen steigen um fast 25 Prozent
Baugenehmigungen steigen um fast 25 Prozent

Die Zahl der Baugenehmigungen für Wohnungen in Deutschland ist im Mai 2026 um fast ein Viertel gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte, legte sie um 4.200 oder 24,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat auf 21.000 Wohnungen zu. Seit Januar gab es damit grünes Licht für den Bau von 104.700 Wohnungen in neuen sowie bestehenden Gebäuden – ein Plus von 15,4 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Frühindikator für künftiges Baugeschehen

Die Zahl der Baugenehmigungen gilt als wichtiger Frühindikator für das künftige Baugeschehen. Die krisengeplagte Sparte hatte 2025 die Trendwende geschafft: Nach drei Minus-Jahren in Folge stieg die Zahl der Baugenehmigungen erstmals wieder. Höhere Zinsen und Materialkosten hatten in den drei Vorjahren viele Bauherren abgeschreckt. In Deutschland fehlen Hunderttausende Wohnungen, vor allem in Großstädten und vielen Universitätsstädten.

Detailzahlen zu den Genehmigungen

In neu zu errichtenden Gebäuden wurden in den ersten fünf Monaten des Jahres insgesamt 86.000 Wohnungen genehmigt, 16,6 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Dabei stieg die Zahl der Baugenehmigungen für Einfamilienhäuser um 12,6 Prozent auf 19.900. Bei den Zweifamilienhäusern nahm die Zahl um 21,6 Prozent auf 6.200 zu. In Mehrfamilienhäusern, der zahlenmäßig stärksten Gebäudeart, genehmigten die Bauaufsichtsbehörden 56.100 Neubauwohnungen – ein Anstieg um 18,9 Prozent.

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Geschäftsklima im Wohnungsbau trübt sich ein

Trotz der gestiegenen Nachfrage bewerten die deutschen Wohnungsbau-Unternehmen ihre Geschäftsaussichten so schlecht wie seit über einem Jahr nicht mehr. Das Barometer für das Geschäftsklima sank im Juni auf minus 31,0 Punkte, von minus 29,5 Zählern im Mai, wie das Münchner Ifo-Institut zu seiner Umfrage mitteilte. Die Unternehmen beurteilten sowohl ihre aktuelle Lage als auch ihre Aussichten für die nächsten Monate schlechter. Ihre Erwartungen fielen dabei sogar auf den niedrigsten Stand seit März 2025.

„Die Hoffnung auf eine schrittweise Erholung hat erneut einen Dämpfer erhalten“, sagte Klaus Wohlrabe, Leiter der Ifo-Umfragen. „Viele Unternehmen sehen derzeit keine Anzeichen für eine nachhaltige Belebung des Wohnungsbaus.“

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