Berenberg-Bank: Geschäftsleitung wegen möglicher Verstöße entmachtet
Die Geschäftsleitung der Hamburger Privatbank Berenberg ist aufgrund möglicher Verstöße während der Jahresabschlussprüfung für das Jahr 2025 ihrer Befugnisse enthoben worden. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) hat angeordnet, dass die Befugnisse der drei Mitglieder der Geschäftsleitung ruhen. Dies gab die Bank in einer offiziellen Mitteilung bekannt. Die Bafin bestätigte die Maßnahme auf Anfrage.
Nach Angaben von Berenberg haben sich im Rahmen der Jahresabschlussprüfung für 2025 Hinweise auf Verstöße ergeben. Diese Hinweise betrafen Transaktionen mit unklarem Hintergrund. Bei der Aufklärung dieser Vorgänge habe die erforderliche Transparenz gefehlt, so das Bankhaus weiter. Die genauen Umstände der möglichen Verstöße wurden zunächst nicht näher erläutert.
Die Bafin hat als Reaktion zwei Sonderbeauftragte bestellt, die nun die Leitung der Bank übernehmen. Dabei handelt es sich um Hans-Walter Peters, den langjährigen ehemaligen Chef von Berenberg, sowie Michael Horf, einen früheren Vorstand der Degussa Bank. Die Sonderbeauftragten sollen die Geschäfte der Bank bis auf Weiteres führen und die ordnungsgemäße Aufklärung der Vorfälle sicherstellen.
Die Maßnahmen der Bafin unterstreichen die Bedeutung von Transparenz und Integrität im Bankensektor. Die Aufsichtsbehörde greift ein, wenn Hinweise auf Verstöße gegen regulatorische Vorschriften vorliegen und die Bank selbst nicht ausreichend für Aufklärung sorgt. Für Berenberg, eine der ältesten Privatbanken Deutschlands, ist dies ein schwerer Schlag. Die Bank betonte jedoch, dass sie mit den Behörden zusammenarbeite, um die Vorfälle vollständig aufzuklären.
Die Entwicklung hat in der Finanzbranche für Aufsehen gesorgt. Experten erwarten, dass die Bafin und die Sonderbeauftragten die Vorgänge gründlich untersuchen werden. Es bleibt abzuwarten, ob die möglichen Verstöße rechtliche Konsequenzen für die betroffenen Geschäftsleitungsmitglieder haben werden. Die Bank selbst hat angekündigt, alle notwendigen Schritte zu unternehmen, um das Vertrauen der Kunden und der Öffentlichkeit wiederherzustellen.



