Bierkonsum sinkt: Nur noch 1415 Brauereien in Deutschland
Bierkonsum sinkt: Nur noch 1415 Brauereien

Die Zahl der Brauereien in Deutschland ist 2025 auf den niedrigsten Stand seit 2016 gefallen. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, sank die Anzahl der Betriebe im vergangenen Jahr um 53 auf insgesamt 1415. Damit setzt sich der Abwärtstrend bereits das dritte Jahr in Folge fort. Gegenüber dem Rekordjahr 2019, als noch 1552 Brauereien gezählt wurden, sind es sogar 137 Betriebe weniger.

Absatz bricht deutlich ein

Der Rückgang der Brauereien steht in direktem Zusammenhang mit dem sinkenden Bierabsatz. Im Jahr 2025 verkauften die Brauereien und Bierlager in Deutschland nur noch rund 7,8 Milliarden Liter Bier. Das entspricht einem Rückgang von 6,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und sogar 15,7 Prozent weniger als im Jahr 2019. Die Statistiker erklärten: „Dieser Trend dürfte auch auf den sinkenden Bierabsatz zurückzuführen sein.“

Zwar verzeichnet alkoholfreies Bier eine steigende Nachfrage, doch kann diese die Verluste beim herkömmlichen Bier nicht kompensieren. Die traditionellen Brauereien leiden unter den veränderten Konsumgewohnheiten und den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen.

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Branche sieht strukturelle Zäsur

Holger Eichele, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Brauer-Bundes, beschreibt die Lage als „wirtschaftlich herausfordernde Phase“. Zwar gab es im Juni 2025 mit einem Absatzplus von 5,2 Prozent einen Lichtblick, doch „von einer Trendwende kann jedoch keine Rede sein“, so Eichele. Die Branche kämpfe weniger mit einer kurzfristigen Absatzdelle, sondern vielmehr mit einer strukturellen Zäsur.

Das anhaltend schwache Konsumklima infolge wirtschaftlicher und politischer Unsicherheiten treffe die Brauereien ebenso wie die demografische Entwicklung. „Gleichzeitig stellen die Brauereien fest, dass insbesondere jüngere Erwachsene im Durchschnitt weniger Alkohol konsumieren als frühere Generationen“, sagte Eichele. Ähnlich wie in der Gastronomie und im Handel schlügen die hohe Inflation und die schlechte Verbraucherstimmung voll durch.

Bayern bleibt Brauereiland Nummer eins

Bayern führte auch 2025 die Statistik mit 588 Brauereien an, gefolgt von Baden-Württemberg mit 190 und Nordrhein-Westfalen mit 131 Betrieben. In den meisten Bundesländern sank die Zahl der Brauereien, lediglich Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt verzeichneten eine stabile Entwicklung. Im Vergleich zum Rekordjahr 2019 gab es fast überall weniger Brauereien.

Die deutlichsten Rückgänge wurden in Bayern (von 648 auf 588) und in Nordrhein-Westfalen (von 162 auf 131) registriert. Mehr als die Hälfte der Brauereien in Deutschland sind kleine Betriebe, die maximal 100.000 Liter pro Jahr erzeugen. Zur größten Klasse mit mindestens 200 Millionen Litern gehörten im vergangenen Jahr lediglich acht Brauereien. „Die Zahl der Brauereien ging über nahezu alle Größenklassen hinweg zurück“, so die Statistiker.

Ausblick und Herausforderungen

Die deutschen Brauereien stehen vor großen Herausforderungen. Der anhaltende Rückgang des Bierkonsums, kombiniert mit steigenden Kosten und demografischen Veränderungen, setzt die Traditionsbetriebe unter Druck. Insbesondere die jüngere Generation trinkt weniger Alkohol, was langfristig die Nachfrage nach Bier weiter schwächen könnte.

Die Branche sucht nach Lösungen, etwa durch die verstärkte Produktion von alkoholfreien Bieren und neuen Marketingstrategien. Doch ob diese Maßnahmen ausreichen, um den Abwärtstrend zu stoppen, bleibt fraglich. Die kommenden Jahre werden zeigen, ob sich die Zahl der Brauereien stabilisieren kann oder ob weitere Betriebe schließen müssen.

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